Relevante Verbände im Facility Management
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Verbänden für Banken und Versicherungen im FM
Banken und Versicherungen in verwalten oft umfangreiche Immobilienportfolios – von Hauptsitzen bis zu Filialen. Ein professionelles Facility Management (FM) stellt den reibungslosen Betrieb dieser Einrichtungen sicher und sorgt dafür, dass Gebäude sicher, funktionsfähig und kundenfreundlich sind. Zugleich hilft FM in diesen Branchen, Kosten durch effiziente Ressourcennutzung zu kontrollieren und strenge regulatorische Vorgaben einzuhalten. Angesichts dieser Anforderungen sind Branchenverbände und -organisationen essenziell: Sie fördern den Wissenstransfer, setzen Standards und vertreten die Interessen der FM-Community. In Deutschland bilden FM-Verbände das Rückgrat der Branche – sie bieten Weiterbildung, ermöglichen den Austausch von Best Practices und beeinflussen politische Rahmenbedingungen, die die Zukunft des FM mitgestalten. Im Folgenden werden fünf bedeutende Verbände vorgestellt, die für FM-Abteilungen in Banken und Versicherungen besonders relevant sind.
GEFMA e.V. – Deutscher Verband für Facility Management
Zweck der Organisation: GEFMA ist der deutsche Branchenverband für Facility Management und repräsentiert über 1.000 Unternehmen und Organisationen der FM-Branche. Seit 1989 engagiert sich GEFMA für ein einheitliches Begriffsverständnis im FM und entwickelt Richtlinien, Benchmarks und Qualitätsstandards. Dazu zählen anerkannte GEFMA-Richtlinien (z.B. GEFMA 100 zur FM-Begriffsdefinition oder GEFMA 400 zum Qualitätsmanagement) sowie Zertifizierungen und Ausbildungen im FM-Bereich. Als Voice der FM-Branche fördert GEFMA Innovation und Nachhaltigkeit und macht den Wert von FM für den Unternehmenserfolg sichtbar. Die Initiative „FM – Die Möglichmacher” unter dem Dach der GEFMA präsentiert zudem Facility Management als attraktiven Karriereweg.
Rolle im FM-Kontext (Banken/Versicherungen): Viele Finanzinstitute sind Mitglied bei GEFMA. Der Verband vernetzt FM-Verantwortliche aus Banken und Versicherungen mit der gesamten FM-Branche und stellt sicher, dass deren spezifische Anforderungen – etwa in Compliance oder Sicherheit – in branchenweite Standards einfließen. Durch GEFMA bleiben FM-Abteilungen von Banken/Versicherern stets am Puls aktueller Best Practices und Normen.
Konkrete Unterstützungsleistungen für FM-Abteilungen:
Branchenstandards & Richtlinien: Entwicklung praxisnaher Richtlinien und Benchmarking-Berichte, die FM-Abteilungen als Maßstab für eigene Prozesse nutzen können. Beispielsweise erleichtern GEFMA-Standards eine einheitliche Terminologie und Qualitätsmessung im FM.
Weiterbildung & Zertifizierung: Angebot von Schulungen, Lehrgängen und Zertifikaten (z.B. „GEFMA-Fachwirt“ oder anerkannte Hochschulprogramme) zur Qualifizierung von FM-Fachkräften. GEFMA zertifiziert auch FM-Software und Nachhaltigkeit im FM, wovon Banken/Versicherer bei der Auswahl sicherer Tools profitieren.
Networking & Arbeitskreise: Regelmäßige GEFMA-Lounges und Arbeitskreise (zu Themen wie Recht, CAFM, Nachhaltigkeit etc.) ermöglichen den vertraulichen Erfahrungsaustausch zwischen FM-Verantwortlichen und Anbietern. So können sich FM-Leiter aus Finanzinstituten über branchenspezifische Lösungen austauschen.
Offizieller Weblink: www.gefma.de
RealFM e.V. – Verband für Real Estate und Facility Manager
Zweck der Organisation: RealFM ist ein Berufsverband, der die Bereiche Corporate Real Estate und Facility Management verzahnt. Als branchenübergreifende Plattform richtet sich RealFM vor allem an FM- und Immobilienmanager auf Anwenderseite (d.h. in Unternehmen selbst). Ordentliche Mitglieder sind verantwortlich für FM/Real Estate im eigenen Unternehmen – z.B. Immobilienmanager von Banken oder Versicherungen – während Dienstleister nur assoziierte Mitglieder sein können. RealFM fördert den Austausch von Strategie und Praxis im Immobilienbetrieb, entwickelt Leitfäden und betreibt Marktforschung. Der Verband engagiert sich für digitale Innovationen (Arbeitskreis „Digitale Lösungen“), neue Arbeitswelten (AK „New Work“) und Nachhaltigkeit in Unternehmensimmobilien. Ziel ist es, Effizienz und Professionalität im Corporate-FM zu steigern und die Interessen der Betreiber (Nutzer) zu vertreten.
Rolle im FM-Kontext (Banken/Versicherungen): RealFM bietet insbesondere den FM-Verantwortlichen großer Finanzunternehmen eine exklusive Austauschplattform. Banken und Versicherer zählen zu den Kernmitgliedern und profitieren vom direkten Peer-to-Peer-Netzwerk, um Strategien für ihre umfangreichen Immobilienportfolios (Hauptverwaltungen, Filialnetze etc.) abzustimmen. RealFM vertritt deren Nutzerinteressen gegenüber Dienstleistern und sorgt dafür, dass branchenspezifische Anforderungen – etwa an Sicherheit oder Corporate Governance – im FM diskutiert und adressiert werden.
Konkrete Unterstützungsleistungen für FM-Abteilungen:
Benchmarking & Tools: RealFM veröffentlicht regelmäßig den fm.benchmarking Bericht mit Kennzahlen zu Immobilien-Nutzungs- und Betriebskosten. FM-Teams aus Banken/Versicherungen können so ihre eigenen Kosten (z.B. pro qm Fläche) mit Branchendaten vergleichen und Einsparpotenziale erkennen. Zudem erarbeitet RealFM Leitfäden (z.B. BIM2FM) und Best Practices für den effizienteren Gebäudebetrieb.
Fachgruppen & Events: Der Verband organisiert Fachseminare, Arbeitskreise und Networking-Events (z.B. jährliche Facility Management-Forum oder Webinare zu aktuellen Themen). In Arbeitskreisen – etwa zu „New Work und Workplace Services“ – bringen auch Vertreter von Finanzinstituten ihre Erfahrungen ein, um gemeinsam zukunftsfähige FM-Konzepte (wie moderne Arbeitswelten in Banken) zu entwickeln.
Persönliches Netzwerk & Wissenstransfer: Durch die persönliche Mitgliedschaft (Mitglieder sind Individuen, keine Firmen) entsteht ein vertrauensvolles Netzwerk von FM-Leitern über verschiedene Branchen hinweg. Insbesondere für alleinstehende FM-Abteilungen in Finanzunternehmen ist dieser vertrauensvolle Erfahrungsaustausch wertvoll – etwa um Lösungen für Regulatorik-Auflagen oder Krisenmanagement im Bankenumfeld informell abzustimmen.
Offizieller Weblink: www.realfm.de
IFMA (International Facility Management Association) – Chapter Deutschland
Zweck der Organisation: IFMA ist der weltweit größte Fachverband für Facility Manager und in über 100 Ländern vertreten. Die 1980 gegründete Non-Profit-Organisation hat ihren Hauptsitz in den USA, ist aber mit regionalen Chaptern und Veranstaltungen auch in Deutschland aktiv. IFMA widmet sich der Weiterentwicklung des FM-Berufsstands und bietet ein breites Spektrum an Weiterbildung, Zertifizierungen und Forschung. Dazu zählen international anerkannte Abschlüsse wie CFM (Certified Facility Manager), FMP (Facility Management Professional) und SFP (Sustainability Facility Professional), welche hohe Standards in der FM-Qualifikation setzen. IFMA veröffentlicht Fachliteratur (z.B. das „FMJ“-Magazin) und veranstaltet weltweite Kongresse („World Workplace“) sowie lokale Netzwerktreffen.
Rolle im FM-Kontext (Banken/Versicherungen): Für FM-Verantwortliche von Banken und Versicherungen – insbesondere jene mit internationalem Geschäftsmodell – fungiert IFMA als Brücke zu globalen Best Practices. Sie ermöglicht deutschen Finanz-FM-Profis den Zugriff auf weltweites FM-Know-how und Trends (etwa zu ESG, Digitalisierung oder Workplace). Durch IFMA bleiben Bank-/Versicherungs-FM auf internationalem Niveau wettbewerbsfähig und können sich mit Kollegen aus aller Welt austauschen, was gerade im global agierenden Finanzsektor wertvoll ist.
Konkrete Unterstützungsleistungen für FM-Abteilungen:
Zertifizierungen & Training: IFMA bietet etablierte Zertifikatsprogramme für individuelle FM-Weiterbildung. Eine FM-Leitung in einer Bank kann z.B. das CFM-Zertifikat erlangen, um ihre Kompetenz nachzuweisen. Solche Fortbildungen vermitteln aktuelles Fachwissen (z.B. zu FM-Strategie, Risikomanagement oder Nachhaltigkeit) und fördern einheitliche Kompetenzstandards weltweit.
Wissensressourcen & Forschung: Über die IFMA Knowledge Library und regelmäßige Forschungsberichte erhalten Mitglieder Zugriff auf Benchmark-Studien und Leitfäden. Beispielsweise publiziert IFMA branchenspezifische Daten, an denen sich ein Versicherungsunternehmen bei der Flächenplanung oder Servicestruktur orientieren kann. Auch Best-Practice-Publikationen zu Sicherheit oder Notfallplanung (kritisch für Banken) stehen zur Verfügung.
Branchennetzwerke & Arbeitskreise: IFMA unterhält spezielle Councils für verschiedene Branchen. Ein Beispiel ist der Banking Institutions & Credit Unions Council, der sich auf Themen wie Sicherheit, Regulierung, Datenschutz und Disaster Recovery im Finanz-FM konzentriert. FM-Manager aus Banken/Versicherungen können sich in solchen Gruppen gezielt über branchenspezifische Herausforderungen austauschen. Zudem fördern lokale IFMA-Chapter-Treffen in Deutschland das Networking mit anderen FM-Professionals (Anbietern und Nutzern).
Offizieller Weblink: www.ifma.org (globaler Verband, Informationen zu Aktivitäten in Deutschland über IFMA EMEA)
CoreNet Global – Central Europe Chapter (Corporate Real Estate Network)
Zweck der Organisation: CoreNet Global ist ein internationaler Verband von Corporate-Real-Estate- und Workplace-Professionals. Er richtet sich an Führungskräfte, die das strategische Immobilien- und Facility-Management großer Unternehmen verantworten. Weltweit umfasst CoreNet rund 10.000 Mitglieder in 50 Ländern, v.a. Immobilienleiter großer Konzerne. Die Mission ist, das Corporate Real Estate Management (CREM) durch Weiterbildung, Publikationen, Forschung und Networking voranzubringen. Das Central Europe Chapter mit Sitz in Frankfurt am Main bildet die regionale Plattform im deutschsprachigen Raum. CoreNet bietet z.B. das berufsbegleitende Weiterbildungsprogramm MCR (Master of Corporate Real Estate), regelmäßige Chapter-Events und thematische Summits zu CRE-/FM-Trends.
Rolle im FM-Kontext (Banken/Versicherungen): Banken und Versicherer zählen oft zu den größten Corporate Real Estate-Nutzern und sind bei CoreNet stark vertreten. Für ihre FM-Abteilungen bedeutet dies Zugang zu einem globalen Netzwerk von Immobilienstrategen – viele davon aus der Finanzbranche. CoreNet ermöglicht es z.B. einer Versicherungsgesellschaft, sich mit anderen Konzernen über Portfolio-Optimierung, Arbeitsplatzstrategien oder internationale FM-Benchmarkingdaten auszutauschen. Die spezifischen Bedürfnisse von Finanzdienstleistern (z.B. hohe Sicherheitsanforderungen, weltweit verteilte Standorte) finden in den CoreNet-Diskussionen Berücksichtigung.
Konkrete Unterstützungsleistungen für FM-Abteilungen:
Strategische Weiterbildung: Durch CoreNet können FM-/Immobilienmanager aus Banken und Versicherungen an hochwertigen Bildungsprogrammen teilnehmen. Das MCR-Programm sowie Workshops vermitteln Know-how zu Portfolio-Management, Change Management, Finanzplanung im Immobilienbereich etc. Dies befähigt FM-Leiter in der Finanzbranche, Immobilienentscheidungen strategisch am Kerngeschäft auszurichten.
Networking & Best Practices international: CoreNet organisiert in Zentraleuropa regelmäßige Innovation Workshops und Roundtables, oft in Frankfurt, bei denen aktuelle CRE/FM-Themen diskutiert werden. Zudem finden jährliche globale Summits statt. Dort können Verantwortliche von z.B. Banken ihre Ansätze (etwa zur Flächenreduktion im Zuge von Digitalisierung) vorstellen und von anderen Unternehmen lernen. Die Plattform erleichtert den Austausch über Ländergrenzen hinweg – wichtig für Banken/Versicherer mit internationalen Standorten.
Research & Thought Leadership: Als Think Tank veröffentlicht CoreNet Studien und Whitepapers zu Trends wie Workplace Transformation, Technologie oder ESG im Corporate Real Estate. Finanz-FM-Abteilungen erhalten dadurch fundierte Analysen und Prognosen, die sie in ihre Planungen einbeziehen können. Beispielsweise hilft die Betrachtung von Workplace Trends im Bankensektor (Homeoffice vs. Filialkonzepte) bei strategischen FM-Entscheidungen. CoreNet’s Mission, die Relevanz von Corporate Real Estate zu erhöhen, unterstützt FM-Teams in Banken/Versicherungen dabei, das Thema intern auf Vorstandsebene zu positionieren.
Offizieller Weblink: central europe.corenetglobal.org (Regionale Seite des Central Europe Chapters)
ZIA e.V. – Zentraler Immobilien Ausschuss (German Property Federation)
Zweck der Organisation: Der ZIA ist der Spitzenverband der deutschen Immobilienwirtschaft – ein branchenübergreifendes Netzwerk, das über 30 Verbände und 400 Unternehmen unter seinem Dach vereint. Als einflussreiche Interessenvertretung setzt sich der ZIA auf nationaler und EU-Ebene für bessere wirtschaftliche, rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen in der Immobilien- und Bauwirtschaft ein. Mitglieder stammen aus der gesamten Wertschöpfungskette: von Projektentwicklern und Eigentümern über Betreiber (Facility Manager), Finanzierer (Banken, Versicherer) bis hin zu Dienstleistern. In themenbezogenen Ausschüssen erarbeiten rund 500 Fachexperten der Mitgliedsunternehmen Positionen und Standards zu Digitalisierung, FM, Nachhaltigkeit, Finanzierung u.v.m.. Kurz: Der ZIA gibt der Immobilien- und FM-Branche eine geeinte Stimme in Politik und Öffentlichkeit.
Rolle im FM-Kontext (Banken/Versicherungen): Banken und Versicherer treten dem ZIA meist als Immobilieninvestoren, -eigentümer oder Finanzierer bei und bringen so ihre Perspektive in die Immobilienwirtschaft ein. Für FM-Abteilungen dieser Unternehmen fungiert der ZIA als Brücke zwischen Finanz- und Immobilienwelt: Er fördert den Dialog über branchenspezifische Anforderungen (z.B. Nachhaltigkeits-Berichtspflichten) und übersetzt diese in praktische Leitfäden. Zudem vertritt der ZIA die Interessen von Betreibern und Eigentümern gegenüber der Politik – etwa bei Gebäuderegelungen, die Banken/Versicherer betreffen. Im Ergebnis haben FM-Verantwortliche in Finanzinstituten über den ZIA Einfluss darauf, dass Gesetze praxisnah gestaltet werden und können sich frühzeitig auf neue Regulierung vorbereiten.
Konkrete Unterstützungsleistungen für FM-Abteilungen:
Lobbyarbeit & Regulierungshilfen: ZIA beobachtet laufend gesetzliche Neuerungen (z.B. in ESG, Energieeffizienz oder Bauordnung) und engagiert sich dafür, dass diese realistisch umsetzbar sind. So hat der ZIA gemeinsam mit dem Pfandbriefbanken-Verband (vdp) einen Standard für Nachhaltigkeits-KPIs entwickelt, der den Datenaustausch zwischen Immobilienbetreibern und Finanzinstituten erleichtert. FM-Abteilungen von Banken/Versicherern profitieren von solchen Standards, da sie Berichtspflichten vereinfachen und klare Vorgaben für z.B. Green-Building-Daten liefern.
Ausschuss Facility Management: Im ZIA-Ausschuss FM treffen sich FM-Experten aus unterschiedlichen Branchen (inkl. Finanzwirtschaft) zum Austausch über Digitalisierung, Automatisierung, BIM, ESG im Gebäudemanagement. Hier fließen Praxiserfahrungen aus Banken und Versicherungen ein und es entstehen Handlungsempfehlungen, die wiederum allen Mitgliedern zugutekommen. Diese Zusammenarbeit hilft FM-Abteilungen, Lösungen für aktuelle Herausforderungen (z.B. Smart-Building-Technologien oder Betreiberverantwortung) mit zu gestalten.
Weiterbildung & Netzwerk: Über die ZIA-Akademie und Branchenveranstaltungen fördert der Verband den Kompetenzaufbau. So veranstaltet der ZIA jährliche Kongresse wie den „Tag der Immobilienwirtschaft“ mit über 2.500 Teilnehmern, wo auch Facility Manager von Finanzinstituten Best Practices kennenlernen und netzwerken. Regionale Events und Arbeitsgruppen (oft in Kooperation mit Mitgliedsverbänden wie GEFMA) bieten zusätzlich Plattformen, um Kontakte über den eigenen Sektor hinaus zu knüpfen – beispielsweise zwischen einer Versicherung mit großem Immobilienbestand und Spezialisten für PropTech-Lösungen.
Offizieller Weblink: www.zia-deutschland.de