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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Flächenmanagement & Raumoptimierung für Finanzinstitute

Facility Management: Banken & Versicherungen » Immobilien » Flächen

Effiziente Flächennutzung optimiert Arbeitswelten und Immobilienkosten

Flächen bedarfsgerecht und wirtschaftlich gestalten

Ein strukturiertes Flächenmanagement unterstützt Banken, Versicherungen und andere Finanzinstitute dabei, Büro-, Beratungs-, Besprechungs- und Gemeinschaftsflächen bedarfsgerecht zu planen und wirtschaftlich zu betreiben. Durch die systematische Verbindung von Flächendaten, Auslastungskennzahlen, Nutzeranforderungen und funktionaler Raumgestaltung entsteht eine belastbare Grundlage für Flächenoptimierungen, Neuorganisationen, Flächenreduktionen und professionell gesteuerte Umzüge.

Flächen in Finanzimmobilien effizienter nutzen

Zielsetzung

Das Flächenmanagement stellt sicher, dass die für den Geschäftsbetrieb erforderlichen Räume in geeigneter Größe, Qualität, Lage und Anordnung zur Verfügung stehen. Dabei geht es nicht allein um die Verringerung von Quadratmetern. Entscheidend ist, vorhandene Flächen so einzusetzen, dass sie betriebliche Abläufe, Kundenkontakte, konzentriertes Arbeiten, Zusammenarbeit und organisatorische Veränderungen zuverlässig unterstützen.

Die Raumoptimierung überführt den ermittelten Bedarf in eine funktionale, wirtschaftliche und anpassungsfähige Flächenstruktur. Sie berücksichtigt sowohl die aktuelle Nutzung als auch erwartete Veränderungen, beispielsweise neue Arbeitsmodelle, schwankende Anwesenheitsquoten, organisatorische Zusammenlegungen oder veränderte Anforderungen an Kundenberatung und digitale Zusammenarbeit.

Zentrale Ziele

Zielbereich

Bedeutung

Flächentransparenz

Vollständiger und aktueller Überblick über Flächenbestand, Nutzungsarten, organisatorische Zuordnungen, Belegung und verfügbare Kapazitäten

Bedarfsgerechtigkeit

Abstimmung der Flächen auf Nutzerzahlen, Anwesenheit, Tätigkeitsprofile, Kundenkontakte und betriebliche Funktionen

Flächeneffizienz

Vermeidung dauerhaft untergenutzter Arbeitsplätze, Räume und Nebenflächen bei gleichzeitiger Sicherung der erforderlichen Kapazität

Büroqualität

Bereitstellung einer funktionalen, ergonomischen, akustisch geeigneten und technisch nutzbaren Arbeitsumgebung

Anpassungsfähigkeit

Flexible Reaktion auf Teamveränderungen, neue Organisationsstrukturen, Wachstum, Personalabbau oder veränderte Arbeitsmodelle

Kostensteuerung

Verringerung nicht erforderlicher Miet-, Betriebs-, Energie-, Reinigungs- und Instandhaltungskosten

Umsetzungsfähigkeit

Strukturierte Vorbereitung und Steuerung von Umzügen, Flächenzusammenlegungen, Umbauten und räumlichen Neuorganisationen

Für Finanzinstitute ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass Flächen häufig unterschiedliche Sicherheits-, Vertraulichkeits- und Zugangsanforderungen erfüllen müssen. Kundenbereiche, interne Büroflächen, sensible Fachbereiche und technische Zonen dürfen deshalb nicht ausschließlich nach Flächeneffizienz angeordnet werden. Die betriebliche Sicherheit und die Vertraulichkeit von Kunden- und Unternehmensinformationen bleiben verbindliche Planungsbedingungen.

Flächenstruktur in Finanzinstituten

Eine nachvollziehbare Flächenplanung setzt voraus, dass die vorhandenen Bereiche eindeutig nach ihrer primären Funktion gegliedert werden. Räume mit unterschiedlichen Nutzungen dürfen nicht ohne weitere Prüfung miteinander verglichen werden.

Flächenart

Typische Nutzung

Arbeitsplatzflächen

Einzelbüros, Gruppenbüros, offene Bürobereiche, Teamflächen sowie persönlich zugeordnete oder flexibel nutzbare Arbeitsplätze

Beratungsflächen

Vertrauliche Kunden-, Fach- und Vorsorgegespräche, Kreditberatungen, Schadengespräche oder interne Fallbesprechungen

Besprechungsflächen

Formelle Meetings, Workshops, Projektarbeit, Schulungen, Videokonferenzen und bereichsübergreifende Abstimmungen

Kommunikationsflächen

Informeller Austausch, kurze Abstimmungen, spontane Zusammenarbeit und interne Begegnungen

Konzentrationsflächen

Ungestörtes Arbeiten, vertrauliche Telefonate, digitale Einzelgespräche und Tätigkeiten mit erhöhtem Konzentrationsbedarf

Empfangs- und Warteflächen

Besucheraufnahme, Orientierung, Anmeldung, Warteaufenthalt und Weiterleitung zu Beratungs- oder Besprechungsbereichen

Serviceflächen

Druck-, Kopier-, Scan-, Post-, Material-, Versorgungs- und unterstützende Betriebsfunktionen

Nebenflächen

Lager, Archive, Garderoben, technische Unterstützungsräume und sonstige betriebliche Hilfsflächen

Verkehrsflächen

Flure, Treppenräume, Erschließungszonen, interne Wege und notwendige Bewegungsflächen

Die Zuordnung erfolgt nach der tatsächlichen Hauptnutzung. Ein Besprechungsraum, der gelegentlich als Projektfläche verwendet wird, bleibt beispielsweise eine Besprechungsfläche, solange die Besprechungsfunktion überwiegt. Räume mit dauerhaft gemischter Nutzung können als eigene Kategorie geführt oder nach einem transparent dokumentierten Schlüssel aufgeteilt werden.

Bedeutung der Flächenabgrenzung

Einheitlich definierte Flächenarten ermöglichen belastbare Bedarfsberechnungen und standortübergreifende Vergleiche. Sie verhindern, dass unterschiedliche Flächenumfänge oder Raumfunktionen miteinander vermischt werden. Vor jeder Kennzahlenanalyse muss deshalb festgelegt werden, welche Flächen in die Berechnung einbezogen werden und welche Bereiche, etwa Verkehrs-, Technik- oder externe Gemeinschaftsflächen, ausgeschlossen bleiben.

Die Flächenabgrenzung sollte in einem verbindlichen Flächenkatalog dokumentiert werden. Dieser enthält mindestens die Bezeichnung jeder Flächenart, eine kurze Definition, typische Beispiele, Abgrenzungsregeln und die für die Datenpflege verantwortliche Stelle.

Erforderliche Flächendaten

Ein belastbares Flächenmanagement benötigt eine zentrale und regelmäßig gepflegte Datenbasis. Die Daten müssen räumliche, organisatorische, betriebliche und wirtschaftliche Informationen miteinander verbinden.

Datenkategorie

Inhalt

Gebäudedaten

Standort, Gebäude, Gebäudeteil, Geschoss, Raum, Raumnummer, Zugangszone und gegebenenfalls Sicherheitsbereich

Flächendaten

Raumgröße, Flächenart, Nutzungszuordnung, Teilbarkeit, baulicher Zustand und verfügbare Kapazität

Organisationsdaten

Geschäftsbereich, Abteilung, Team, Kostenstelle, verantwortliche Führungseinheit und organisatorische Nachbarschaften

Nutzerdaten

Anzahl der zugeordneten Nutzer, regelmäßig anwesende Nutzer, externe Mitarbeitende und erwartete Personalveränderungen

Arbeitsplatzdaten

Anzahl, Art, Ausstattung, ergonomische Merkmale und Belegungsform der Arbeitsplätze

Nutzungsdaten

Anwesenheit, Belegung, Auslastung, Buchungen, Nutzungsspitzen und zeitliche Nutzungsmuster

Kostendaten

Mietkosten, Nebenkosten, Energie, Reinigung, Instandhaltung, interne Verrechnung und flächenbezogene Investitionen

Veränderungsdaten

Geplante Umzüge, Umbauten, Personalentwicklungen, Teamzusammenlegungen, Standortentscheidungen und Neuorganisationen

Für jeden Raum sollte eindeutig erkennbar sein, welcher Organisationseinheit er zugeordnet ist, welche Funktion er erfüllt, wie viele Personen oder Arbeitsplätze er aufnehmen kann und ob seine Nutzung dauerhaft, temporär oder flexibel organisiert ist.

Flächen- und Organisationsdaten sollten über eindeutige Kennzeichnungen miteinander verbunden werden. Dadurch lassen sich Flächenbilanzen nach Gebäude, Geschoss, Kostenstelle, Team oder Nutzungstyp erstellen, ohne Daten manuell neu zusammenzustellen.

Anforderungen an die Datenqualität

Flächenbezeichnungen, Maßeinheiten, Raumkategorien und organisatorische Zuordnungen sind einheitlich zu verwenden. Für jeden Datensatz werden Quelle, Erfassungsdatum, letzter Aktualisierungszeitpunkt und verantwortliche Stelle dokumentiert. Unklare oder vorläufige Angaben müssen als solche gekennzeichnet werden.

Eine professionelle Datenpflege umfasst mindestens folgende Kontrollen:

  • Vollständigkeitsprüfung aller Gebäude, Geschosse und Räume

  • Abgleich von Flächenlisten mit aktuellen Grundrissen

  • Prüfung von Raumgrößen, Raumfunktionen und Arbeitsplatzanzahlen

  • Abgleich organisatorischer Zuordnungen mit aktuellen Personal- und Kostenstellenstrukturen

  • Dokumentation von Umbauten, Umzügen und Nutzungsänderungen

  • Festlegung verbindlicher Aktualisierungszyklen

  • Klare Zugriffs- und Änderungsrechte für sensible Daten

Bei Anwesenheits- und Belegungsdaten sind Datenschutz, Zweckbindung und Zugriffsschutz zu berücksichtigen. Für strategische Flächenentscheidungen reichen in der Regel aggregierte und anonymisierte Daten aus. Eine personenbezogene Überwachung ist weder für die Bedarfsplanung erforderlich noch fachlich sinnvoll.

Zweck der Auslastungsanalyse

Die Auslastungsanalyse zeigt, welche Flächen regelmäßig, zeitweise oder kaum genutzt werden. Sie unterscheidet zwischen organisatorischer Zuordnung und tatsächlicher Nutzung. Ein Team kann beispielsweise über eine große Fläche verfügen, obwohl nur ein Teil der zugeordneten Nutzer gleichzeitig anwesend ist. Umgekehrt kann eine kleine, stark frequentierte Beratungs- oder Besprechungsfläche einen höheren Bedarf aufweisen, als die reine Quadratmeterzahl vermuten lässt.

Ziel ist nicht, jede freie Fläche sofort abzubauen. Die Analyse soll vielmehr erkennen lassen, welche Kapazitäten dauerhaft erforderlich sind, wo Nutzungsspitzen auftreten, welche Räume funktional ungeeignet sind und welche Flächen durch organisatorische oder räumliche Maßnahmen besser genutzt werden können.

Betrachtungsebenen

Ebene

Analyseinhalt

Standort

Gesamtauslastung, Flächenbedarf, Kostenstruktur und standortweite Optimierungsmöglichkeiten

Gebäude

Verteilung der Nutzungen, verfügbare Kapazitäten, Gebäudeteile mit geringer Belegung und funktionale Zusammenhänge

Geschoss

Belegung, Wegebeziehungen, Teamnachbarschaften, freie Räume und Möglichkeiten zur Zusammenlegung

Organisationseinheit

Zugeordnete Fläche im Verhältnis zu Nutzerzahl, Anwesenheit, Tätigkeitsprofil und betrieblichen Anforderungen

Arbeitsplatzbereich

Anzahl, Nutzungsdauer und Belegungsmuster vorhandener Arbeitsplätze

Raum

Nutzung einzelner Besprechungs-, Beratungs-, Konzentrations-, Projekt- oder Sonderräume

Zeitraum

Unterschiede nach Wochentag, Tageszeit, Monatsverlauf, saisonaler Nutzung und betrieblichen Spitzenzeiten

Die Betrachtung über mehrere Ebenen verhindert Fehlinterpretationen. Eine niedrige standortweite Auslastung bedeutet beispielsweise nicht automatisch, dass jede Organisationseinheit über freie Flächen verfügt. Freie Kapazitäten können räumlich verteilt, sicherheitstechnisch nicht zugänglich oder funktional ungeeignet sein.

Datenerhebung

Die Auslastung kann durch verschiedene Methoden ermittelt werden:

  • Arbeitsplatz- und Raumbeobachtungen zu festgelegten Zeitpunkten

  • Nutzerzählungen an Eingängen oder in definierten Flächenzonen

  • Auswertung von Arbeitsplatz- und Raumbuchungen

  • Aggregierte Zutritts- oder Anwesenheitsdaten

  • Technische Belegungsdaten aus geeigneten Raumsensoren

  • Befragungen zu Tätigkeiten, Arbeitsorten und Raumproblemen

  • Workshops mit Führungskräften, Teams und internen Servicebereichen

Die Methode ist nach Planungszweck, erforderlicher Genauigkeit und vertretbarem Aufwand auszuwählen. Für eine erste Potenzialanalyse kann eine zeitlich begrenzte Beobachtungsstudie ausreichen. Für eine langfristige Flex-Office-Steuerung sind dagegen wiederkehrende oder kontinuierlich aggregierte Nutzungsdaten zweckmäßiger.

Buchungsdaten dürfen nicht ungeprüft mit tatsächlicher Nutzung gleichgesetzt werden. Nicht wahrgenommene Reservierungen, frühzeitig beendete Termine oder spontane Nutzungen ohne Buchung können das Ergebnis verfälschen. Für wesentliche Flächenentscheidungen sollten deshalb möglichst mehrere Datenquellen kombiniert werden.

Kennzahlenübersicht

Kennzahlen schaffen Vergleichbarkeit und unterstützen die Steuerung. Jede Kennzahl benötigt eine eindeutige Definition, einen festgelegten Betrachtungszeitraum und eine nachvollziehbare Datenquelle.

Kennzahl

Berechnung oder Aussage

Fläche je Nutzer

Relevante Fläche ÷ Anzahl der zugeordneten Nutzer

Fläche je anwesendem Nutzer

Relevante Fläche ÷ durchschnittlich oder gleichzeitig anwesende Nutzer

Nutzer je Arbeitsplatz

Anzahl der Nutzer ÷ Anzahl der verfügbaren Arbeitsplätze

Arbeitsplatzquote

Anzahl der Arbeitsplätze ÷ Anzahl der Nutzer

Arbeitsplatz-Auslastung

Genutzte Arbeitsplatzzeit ÷ verfügbare Arbeitsplatzzeit × 100

Raum-Auslastung

Tatsächlich genutzte Raumzeit ÷ verfügbare Raumzeit × 100

Belegungsgrad

Tatsächlich belegte Plätze ÷ verfügbare Plätze × 100

Leerstandsquote

Nicht genutzte oder nicht zugeordnete Fläche ÷ Gesamtfläche × 100

Flächenkosten je Nutzer

Gesamte relevante Flächenkosten ÷ Anzahl der Nutzer

Flächenkosten je Quadratmeter

Gesamte Flächenkosten ÷ betrachtete Fläche

Reduzierte Fläche

Ausgangsfläche abzüglich des neuen Flächenbestands

Flächenreduktionsquote

Reduzierte Fläche ÷ Ausgangsfläche × 100

Bei Besprechungs- und Beratungsräumen sollten Zeit- und Kapazitätsauslastung getrennt betrachtet werden. Ein Raum kann über viele Stunden gebucht sein, aber regelmäßig nur mit zwei Personen genutzt werden, obwohl er für zehn Personen ausgelegt ist. In diesem Fall ist die zeitliche Auslastung hoch, die kapazitive Nutzung jedoch gering.

Kennzahl m² je Nutzer

Die Kennzahl „m² je Nutzer“ zeigt, wie viel einer definierten Nutzergruppe rechnerisch zur Verfügung steht. Für einen belastbaren Vergleich müssen drei Grundlagen eindeutig festgelegt sein:

  • Welche Fläche wird berücksichtigt?

  • Welche Personen gelten als Nutzer?

  • Auf welchen Zeitraum bezieht sich die Kennzahl?

Werden beispielsweise 6.000 m² relevante Fläche 500 zugeordneten Nutzern gegenübergestellt, ergibt sich ein Wert von 12 m² je Nutzer. Wird dieselbe Fläche durch durchschnittlich 300 gleichzeitig anwesende Nutzer verwendet, beträgt der Wert 20 m² je anwesendem Nutzer. Beide Kennzahlen sind rechnerisch richtig, beantworten jedoch unterschiedliche Steuerungsfragen.

Standortvergleiche sind nur sinnvoll, wenn dieselbe Flächendefinition verwendet wird. Werden an einem Standort Verkehrs- und Nebenflächen einbezogen und an einem anderen Standort ausgeschlossen, entsteht ein nicht belastbarer Vergleich.

Interpretation der Kennzahlen

Ein niedriger Flächenwert ist nicht automatisch wirtschaftlich oder funktional. Sehr stark verdichtete Flächen können zu fehlenden Rückzugsmöglichkeiten, überlasteten Besprechungsräumen, erhöhtem Geräuschpegel und betrieblichen Störungen führen. Ebenso bedeutet eine niedrige Arbeitsplatz-Auslastung nicht zwingend, dass Arbeitsplätze entfallen können. Bestimmte Funktionen können persönliche Arbeitsplätze, besondere technische Ausstattung oder räumliche Vertraulichkeit erfordern.

Kennzahlen sind deshalb gemeinsam mit folgenden Faktoren zu bewerten:

  • Tätigkeitsprofil und Arbeitsweise

  • Anwesenheitsspitzen statt ausschließlich Durchschnittswerte

  • Raumqualität und technische Nutzbarkeit

  • Vertraulichkeits- und Sicherheitsanforderungen

  • Verfügbarkeit alternativer Arbeitsorte

  • Buchungs- und Nutzungsregeln

  • Kundenfrequenz und saisonale Schwankungen

  • Geplante organisatorische Veränderungen

Einflussgrößen

Die Flächenbedarfsermittlung übersetzt organisatorische Anforderungen in konkrete Arbeitsplatz-, Raum- und Funktionskapazitäten.

Einflussgröße

Bedeutung für den Flächenbedarf

Nutzerzahl

Ausgangsbasis für Arbeitsplätze sowie Beratungs-, Besprechungs-, Service- und Unterstützungsflächen

Anwesenheitsquote

Anteil der Nutzer, der gleichzeitig am Standort oder in einem definierten Bereich anwesend ist

Tätigkeitsprofil

Bedarf an Konzentration, Zusammenarbeit, Kundenberatung, digitaler Kommunikation und vertraulichen Gesprächen

Arbeitsplatzmodell

Persönlich zugeordnete, geteilte, flexibel buchbare oder tätigkeitsbezogene Arbeitsplätze

Besprechungsbedarf

Anzahl, Größe, Ausstattung und zeitliche Verfügbarkeit erforderlicher Besprechungsräume

Kundenkontakt

Bedarf an Empfangs-, Warte-, Beratungs- und diskreten Gesprächsflächen

Teamstruktur

Räumliche Nähe, fachliche Zusammenarbeit, Führungsbeziehungen und Schnittstellen zwischen Organisationseinheiten

Veränderungsreserve

Begrenzte Kapazität für absehbare organisatorische Entwicklungen, Nutzungsspitzen oder temporäre Projekte

Die Anwesenheitsquote sollte nicht ausschließlich aus dem Jahresdurchschnitt abgeleitet werden. Für die Kapazitätsplanung sind regelmäßige Spitzentage, saisonale Besonderheiten und verbindliche Präsenztage zu berücksichtigen. Eine Fläche, die im Durchschnitt ausreichend erscheint, kann an häufig auftretenden Spitzentagen deutlich überlastet sein.

Berechnungslogik

Nutzerzahl × Anwesenheitsquote × Arbeitsplatzfaktor = erforderliche Arbeitsplatzkapazität

Der Arbeitsplatzfaktor berücksichtigt das gewählte Arbeitsplatzmodell, betriebliche Spitzen, Funktionsanforderungen und eine angemessene Kapazitätsreserve.

Beispiel:

  • 600 zugeordnete Nutzer

  • 60 Prozent maßgebliche Anwesenheitsquote

  • Arbeitsplatzfaktor 1,05

600 × 0,60 × 1,05 = 378 erforderliche Arbeitsplätze

Die Berechnung ist als Ausgangspunkt zu verstehen. Anschließend werden die erforderlichen Beratungs-, Besprechungs-, Konzentrations-, Kommunikations-, Service- und Nebenflächen ergänzt. Für diese Flächen reicht eine pauschale Quadratmeterzugabe nicht aus. Anzahl, Größe und Ausstattung müssen aus dem tatsächlichen Nutzungsprofil abgeleitet werden.

Bei Besprechungsräumen sind beispielsweise folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie viele Besprechungen finden gleichzeitig statt?

  • Welche typischen Gruppengrößen treten auf?

  • Wie hoch ist der Anteil digitaler oder hybrider Termine?

  • Welche Gespräche benötigen besondere Vertraulichkeit?

  • Welche Räume können gemeinsam von mehreren Teams genutzt werden?

  • Zu welchen Zeiten entstehen regelmäßige Engpässe?

Bedarfsszenarien

Szenario

Inhalt

Aktueller Bedarf

Abbildung der bestehenden Organisation, Nutzerzahlen, Anwesenheit und heutigen Arbeitsweise

Optimierter Bedarf

Berücksichtigung verbesserter Auslastung, gemeinsamer Flächennutzung und funktionaler Raumorganisation

Veränderter Bedarf

Anpassung an geplante Personal-, Prozess-, Standort- oder Organisationsentwicklungen

Reduziertes Szenario

Verringerung nicht erforderlicher Arbeits-, Neben- oder Unterstützungsflächen

Wachstumsszenario

Berücksichtigung zusätzlicher Nutzer, Teams, Kundenfunktionen oder betrieblicher Aufgaben

Die Szenarien sollten dieselben Annahmen, Flächendefinitionen und Kostenparameter verwenden. Nur dann lassen sich Flächenwirkung, Investitionsbedarf, betriebliche Risiken und langfristige Kosten transparent vergleichen.

Funktionsorientierte Gestaltung

Die Raumgestaltung wird aus den Tätigkeiten der Nutzer abgeleitet. Nicht jede Tätigkeit benötigt denselben Raumtyp. Ein funktionales Büro stellt deshalb unterschiedliche Arbeits- und Kommunikationsangebote bereit.

Tätigkeit

Geeignete Raumlösung

Konzentriertes Arbeiten

Ruhige Arbeitsbereiche, Einzelarbeitsräume oder akustisch geschützte Rückzugszonen

Teamarbeit

Zusammenhängende Teamflächen, Projektbereiche und flexibel nutzbare Kollaborationsräume

Digitale Besprechung

Akustisch geeignete Einzelkabinen, kleine Videokonferenzräume oder technisch ausgestattete Besprechungsräume

Vertrauliches Gespräch

Geschlossene, visuell und akustisch geschützte Besprechungs- oder Beratungsräume

Informeller Austausch

Kommunikations-, Begegnungs- und kurze Abstimmungsbereiche

Kurzfristige Nutzung

Flexibel buchbare oder spontan nutzbare Arbeitsplätze

Kundenberatung

Diskrete, gut auffindbare, technisch ausgestattete und kundenorientierte Beratungsräume

Die Anzahl der Raumangebote muss auf die erwartete Nutzung abgestimmt werden. Ein breites Raumangebot ist nur dann wirksam, wenn die einzelnen Raumtypen in ausreichender Menge vorhanden, verständlich gekennzeichnet und tatsächlich nutzbar sind.

Für Finanzinstitute sind insbesondere akustische Vertraulichkeit, Sichtschutz, sichere Datenverbindungen und kontrollierbare Zugänge relevant. Kundenwege sollten so geführt werden, dass Besucher nicht unbeabsichtigt in interne Arbeits- oder Sicherheitsbereiche gelangen.

Flächenzonen

Zone

Funktion

Empfangszone

Orientierung, Besucheraufnahme, Anmeldung und kontrollierte Weiterleitung

Beratungszone

Vertrauliche Kunden- und Fachgespräche in gut zugänglichen, diskreten Räumen

Arbeitszone

Individuelle und teambezogene Büroarbeit

Konzentrationszone

Ungestörte Tätigkeiten, vertrauliche Telefonate und fokussiertes Arbeiten

Kommunikationszone

Informeller Austausch, spontane Abstimmung und interne Begegnung

Besprechungszone

Formelle Meetings, Workshops, Projektarbeit und hybride Zusammenarbeit

Servicezone

Druck, Kopieren, Post, Materialversorgung und weitere Unterstützungsfunktionen

Die Zonen sind nach Zugänglichkeit, Geräuschentwicklung, Besucherfrequenz und Sicherheitsanforderung anzuordnen. Kommunikations- und Servicezonen sollten beispielsweise nicht unmittelbar an besonders ruhige Konzentrationsbereiche grenzen. Beratungsräume benötigen eine gute Erreichbarkeit vom Empfang, ohne interne Wege unnötig zu öffnen.

Anpassungsfähigkeit

Möblierung, Raumtrennung und technische Ausstattung sind so zu planen, dass Flächen ohne unverhältnismäßigen Aufwand an veränderte Teamgrößen oder Nutzungen angepasst werden können. Geeignet sind beispielsweise modular aufgebaute Möbelsysteme, standardisierte Arbeitsplatzmodule, versetzbare Trennelemente und ausreichend dimensionierte technische Anschlüsse.

Anpassungsfähigkeit bedeutet nicht, jede Fläche vollständig offen oder beliebig veränderbar zu gestalten. Bereiche mit erhöhtem Schallschutz, vertraulichen Tätigkeiten oder spezieller technischer Ausstattung benötigen weiterhin feste bauliche Lösungen. Ziel ist eine ausgewogene Struktur aus stabilen Funktionsräumen und flexibel belegbaren Arbeitsbereichen.

Beispiel: Verwaltungsstandort mit festen Arbeitsplätzen

Planungsaspekt

Ausgestaltung

Ausgangslage

Nahezu alle Nutzer verfügen über persönlich zugeordnete Arbeitsplätze. Die tatsächliche Anwesenheit ist aufgrund mobiler Arbeit, Teilzeit, Außenterminen und Abwesenheiten deutlich geringer.

Analyse

Über mehrere repräsentative Wochen werden Anwesenheit, Arbeitsplatzbelegung und Nutzungsspitzen ermittelt. Zusätzlich werden Tätigkeiten mit besonderem Ausstattungs- oder Vertraulichkeitsbedarf identifiziert.

Planung

Teams mit engen Arbeitsbeziehungen werden räumlich zusammengeführt. Die Zahl der Arbeitsplätze wird auf die belastbare Spitzenanwesenheit und eine definierte Reserve abgestimmt.

Ergänzung

Gemeinsam nutzbare Besprechungsräume, Konzentrationsräume, Telefonkabinen und kurzfristig buchbare Projektflächen gleichen den Wegfall dauerhaft zugeordneter Plätze aus.

Wirkung

Der Flächenbedarf sinkt, während die funktionale Qualität durch ein passenderes Raumangebot erhalten oder verbessert wird. Frei werdende Bereiche können abgetrennt, untervermietet, zurückgegeben oder für andere Funktionen genutzt werden.

Beispiel: Flexible Bürofläche

Planungsaspekt

Ausgestaltung

Ausgangslage

Die Anwesenheit schwankt nach Wochentag und Team. Nutzer wechseln zwischen konzentrierter Einzelarbeit, Zusammenarbeit, Videokonferenzen und Besprechungen.

Analyse

Nutzerzahl, Anwesenheit, Arbeitsplatzbelegung, Raumbuchungen und Tätigkeitsprofile werden miteinander verglichen. Regelmäßige Engpässe und kaum genutzte Raumtypen werden getrennt ausgewertet.

Planung

Es werden gemeinsam nutzbare Arbeitsplätze sowie tätigkeitsbezogene Räume für Konzentration, Kommunikation, Projekte und digitale Gespräche eingerichtet.

Steuerung

Arbeits- und Besprechungsflächen werden über transparente Buchungsregeln, definierte Nutzungsstandards und Verantwortlichkeiten gesteuert. Nicht wahrgenommene Reservierungen werden automatisch oder organisatorisch freigegeben.

Wirkung

Die Auslastung steigt, Flächen können flexibler auf Teams verteilt werden und organisatorische Veränderungen erfordern weniger bauliche Anpassungen.

Beispiel: Filial- und Beratungsfläche

Planungsaspekt

Ausgestaltung

Ausgangslage

Ein früher stark frequentierter Service- oder Wartebereich ist aufgrund veränderter Kundenwege, digitaler Angebote oder terminbasierter Beratung überdimensioniert.

Analyse

Kundenfrequenz, Wartezeiten, Beratungstermine, Gesprächsdauer, Raumauslastung und Spitzenzeiten werden ausgewertet. Dabei wird zwischen spontanen Kontakten und vereinbarten Beratungsterminen unterschieden.

Planung

Der Servicebereich wird kompakter organisiert. Beratungsräume werden flexibel für unterschiedliche Gesprächsarten und Teamgrößen ausgestattet.

Umnutzung

Frei werdende Flächen können als Büro-, Projekt-, Schulungs- oder zusätzliche diskrete Beratungsfläche verwendet oder baulich abgetrennt werden.

Wirkung

Die Gesamtfläche wird reduziert oder funktional besser genutzt. Gleichzeitig verbessern sich Besucherführung, Diskretion und Zuordnung der Räume zu den tatsächlichen Kundenprozessen.

Voraussetzungen

Eine Flächenreduktion basiert auf belastbaren Nutzungsdaten, einem abgestimmten Zielbild und einer realistischen Umsetzungsplanung. Sie darf die erforderliche Arbeits-, Beratungs- und Servicequalität nicht beeinträchtigen.

Vor einer Reduktionsentscheidung sind mindestens folgende Punkte zu prüfen:

  • Aktuelle und zukünftige Nutzerzahlen

  • Repräsentative Anwesenheits- und Auslastungsdaten

  • Betriebliche Spitzen und saisonale Schwankungen

  • Sicherheits-, Vertraulichkeits- und Zugangsanforderungen

  • Technische und bauliche Teilbarkeit der Fläche

  • Auswirkungen auf Arbeitsabläufe und Kundenprozesse

  • Mietvertrags-, Rückgabe- und Umbaufristen

  • Investitionsbedarf und erwartete Kosteneinsparung

  • Möglichkeiten für spätere organisatorische Anpassungen

Eine rechnerisch freie Fläche ist nicht automatisch wirtschaftlich reduzierbar. Liegt sie beispielsweise als kleiner Einzelbereich innerhalb einer weiterhin genutzten Etage, kann eine Abtrennung technisch oder vertraglich nicht sinnvoll sein. Die Reduktionsentscheidung muss deshalb immer räumliche Umsetzbarkeit und wirtschaftliche Wirkung verbinden.

Reduktionsmöglichkeiten

Maßnahme

Flächenwirkung

Arbeitsplatzteilung

Verringerung der Anzahl dauerhaft persönlich zugeordneter Arbeitsplätze

Flächenverdichtung

Bessere Nutzung vorhandener Bürobereiche durch angepasste Belegung und Raumorganisation

Funktionsbündelung

Zusammenführung mehrfach vorhandener Besprechungs-, Service-, Lager- oder Unterstützungsfunktionen

Raumflexibilisierung

Mehrfachnutzung von Besprechungs-, Schulungs-, Projekt- oder Beratungsräumen

Bereichszusammenlegung

Reduzierung verteilter, isolierter oder organisatorisch getrennt belegter Teilflächen

Abtrennung

Bauliche Herauslösung nicht mehr benötigter, zusammenhängender Flächen

Teilrückgabe

Verringerung angemieteter Flächen zum geeigneten vertraglichen Zeitpunkt

Umnutzung

Neue Verwendung bisher wenig genutzter Bereiche für einen nachgewiesenen Flächenbedarf

Flächenreduktionen sollten möglichst zusammenhängende, technisch abtrennbare Bereiche schaffen. Vereinzelte freie Räume innerhalb einer vollständig betriebenen Fläche senken die Betriebskosten in der Regel nur begrenzt.

Bewertung der Reduktionswirkung

Bewertungsfeld

Prüfinhalt

Fläche

Umfang der dauerhaft entfallenden oder anders nutzbaren Quadratmeter

Nutzung

Auslastung, Kapazität und Funktionsfähigkeit der verbleibenden Bereiche

Kosten

Veränderung von Miete, Betrieb, Reinigung, Energie, Instandhaltung und interner Verrechnung

Umbau

Erforderliche Investitionen, technische Anpassungen, Genehmigungen und Übergangsmaßnahmen

Nutzer

Auswirkungen auf Wege, Zusammenarbeit, Arbeitsplatzverfügbarkeit, Konzentration und Kundenkontakt

Flexibilität

Möglichkeit späterer Erweiterungen, Umbelegungen oder organisatorischer Anpassungen

Die wirtschaftliche Bewertung sollte einmalige Umsetzungskosten und dauerhaft vermiedene Kosten getrennt ausweisen. Zusätzlich sind der Zeitpunkt der Flächenfreisetzung, mögliche Doppelkosten während des Übergangs und die voraussichtliche Amortisationsdauer zu berücksichtigen.

Ziel der Neuorganisation

Die Neuorganisation ordnet Teams, Arbeitsplätze und Raumfunktionen so an, dass betriebliche Zusammenhänge unterstützt und vorhandene Flächen besser genutzt werden. Dabei stehen nicht nur freie Quadratmeter, sondern auch Arbeitsbeziehungen, Kundenwege, Sicherheitszonen, technische Anforderungen und notwendige Nachbarschaften im Mittelpunkt.

Teams mit häufigen Schnittstellen sollten möglichst kurze Wege haben. Bereiche mit vertraulichen Tätigkeiten benötigen dagegen geeignete räumliche Trennung. Kundenbezogene Funktionen sind gut erreichbar anzuordnen, ohne interne Arbeitsbereiche unnötig zu öffnen.

Belegungsplanung

Planungsschritt

Inhalt

Organisationsstruktur erfassen

Teams, Nutzerzahlen, Anwesenheit, Arbeitsbeziehungen, Führungsstrukturen und besondere Funktionsanforderungen dokumentieren

Flächenbedarf bestimmen

Erforderliche Arbeitsplätze sowie Beratungs-, Besprechungs-, Konzentrations-, Service- und Nebenflächen berechnen

Zuordnungsregeln festlegen

Teams und Funktionen nach Zusammenarbeit, Sicherheit, Kundenkontakt, Technik und räumlicher Nähe anordnen

Belegungsvarianten entwickeln

Alternative Raum-, Team- und Arbeitsplatzbelegungen einschließlich notwendiger Umbauten vergleichen

Vorzugsvariante auswählen

Funktion, Fläche, Kosten, betriebliche Risiken, Zeitbedarf und Umsetzbarkeit bewerten

Belegungsplan freigeben

Verbindliche Flächen-, Raum-, Arbeitsplatz- und Nutzerzuordnung als Umsetzungsgrundlage erstellen

Die Belegungsplanung sollte nicht nur Soll-Zuordnungen zeigen, sondern auch Kapazitäten, Reserven und gemeinsam nutzbare Räume kennzeichnen. Für flexible Arbeitsbereiche sind klare Regeln zur Nutzung und Buchung erforderlich.

Planungsdarstellungen

  • Geschossplan mit farblicher Flächenzuordnung

  • Arbeitsplatz- und Raumbelegungsplan

  • Gegenüberstellung von Ist- und Soll-Flächen

  • Flächenbilanz nach Organisationseinheit

  • Darstellung gemeinsamer Funktions- und Servicebereiche

  • Kennzeichnung von Sicherheits- und Besucherzonen

  • Umzugsfolgeplan für die schrittweise Umsetzung

Alle Planungsdarstellungen sollten denselben Datenstand verwenden. Unterschiedliche Nutzerzahlen oder Raumbezeichnungen in Grundriss, Flächenliste und Umzugsplanung führen zu vermeidbaren Fehlern.

Bedeutung für die Raumoptimierung

Umzüge setzen die freigegebene Flächen- und Belegungsplanung organisatorisch um. Sie müssen mit Arbeitsabläufen, Flächenverfügbarkeit, technischen Inbetriebnahmen und der vorgesehenen Neuorganisation abgestimmt sein.

In Finanzinstituten sind zusätzlich der sichere Umgang mit Unterlagen und Datenträgern, kontrollierte Zutritte, funktionsfähige IT-Arbeitsplätze und die Aufrechterhaltung kritischer Geschäftsprozesse sicherzustellen. Ein Umzug gilt deshalb erst als abgeschlossen, wenn die neuen Flächen betriebsbereit sind und alle wesentlichen Funktionen zuverlässig genutzt werden können.

Umzugsphasen

Phase

Inhalt

Vorbereitung

Betroffene Nutzer, Inventar, Unterlagen, technische Ausstattung, Termine, Abhängigkeiten und Zielbelegung erfassen

Detailplanung

Umzugseinheiten, Umzugsreihenfolge, Transportwege, Zuständigkeiten, Kennzeichnung und Übergangsmaßnahmen festlegen

Kommunikation

Nutzer rechtzeitig über Termine, neue Zuordnungen, Packregeln, Zugänge, Buchungssysteme und Ansprechpartner informieren

Durchführung

Arbeitsplätze, Mobiliar, Unterlagen und technische Ausstattung nach freigegebenem Ablauf verlagern

Inbetriebnahme

Räume, IT, Telefonie, Sicherheitstechnik, Arbeitsplatztechnik und Servicefunktionen nutzbar übergeben

Nachkontrolle

Belegung, Funktionsfähigkeit, Inventarstand, offene Mängel und notwendige Nachbesserungen prüfen

Für größere Maßnahmen empfiehlt sich eine Unterteilung in klar definierte Umzugslose. Jedes Los erhält eine verantwortliche Leitung, eine Nutzerliste, Zielräume, Inventarangaben, einen Termin und einen dokumentierten Freigabestatus.

Besondere Aufmerksamkeit benötigen:

  • Vertrauliche Unterlagen und sichere Aktenbehälter

  • Datenträger und technische Geräte

  • Zutrittsberechtigungen und Schließsysteme

  • IT-Abschaltung, Transport und Wiederinbetriebnahme

  • Kennzeichnung von Mobiliar und Umzugsgut

  • Entsorgung nicht mehr benötigter Ausstattung

  • Notfall- und Rückfallregelungen bei technischen Störungen

Umzugskennzahlen

Kennzahl

Aussage

Umgezogene Nutzer

Umfang und organisatorische Reichweite der Maßnahme

Umzugskosten je Nutzer

Wirtschaftlichkeit und Vergleichbarkeit der Durchführung

Terminerfüllung

Anteil der planmäßig abgeschlossenen Umzugseinheiten

Flächenfreisetzung

Umfang der nach dem Umzug tatsächlich verfügbaren oder rückgabefähigen Fläche

Nachbesserungsquote

Anteil der Arbeitsplätze oder Räume mit erforderlichen Korrekturen nach der Übergabe

Ergänzend können Ausfallzeiten, offene Mängel, nicht korrekt umgezogene Inventargegenstände und Nutzeranfragen nach dem Umzug erfasst werden.

Prozessphasen

Prozessphase

Inhalt

Ergebnis

Bestandsaufnahme

Flächen, Nutzer, Arbeitsplätze, Räume, Funktionen und Kosten erfassen

Transparente und geprüfte Ausgangslage

Nutzungsmessung

Anwesenheit, Belegung, Auslastung und Nutzungsspitzen analysieren

Belastbare Nutzungsdaten

Bedarfsermittlung

Zukünftigen Arbeitsplatz-, Raum- und Funktionsbedarf bestimmen

Abgestimmtes Soll-Flächenprogramm

Variantenplanung

Alternative Belegungs-, Raum- und Reduktionskonzepte entwickeln

Vergleichbare Planungsvarianten

Bewertung

Fläche, Funktion, Kosten, Risiken und Umsetzbarkeit vergleichen

Begründete Vorzugsvariante

Freigabe

Zielkonzept, Budget, Verantwortlichkeiten und Zeitplan bestätigen

Verbindliche Umsetzungsgrundlage

Umsetzung

Umbau, Neuorganisation, technische Anpassung oder Umzug durchführen

Optimierte Flächenstruktur

Erfolgskontrolle

Kennzahlen, Nutzung, Kosten und Funktionsqualität nach Umsetzung prüfen

Nachweis der Flächenwirkung und erforderlicher Korrekturen

Jede Prozessphase benötigt klar definierte Verantwortlichkeiten und Freigabepunkte. Flächenmanagement, Facility Management, Immobilienmanagement, IT, Sicherheit, Personalbereiche, Führungskräfte und betroffene Nutzer sind entsprechend ihrer Aufgaben einzubeziehen.

Entscheidungen sollten in einem nachvollziehbaren Maßnahmen- und Entscheidungsprotokoll dokumentiert werden. Dazu gehören Annahmen, Datenstand, freigegebene Variante, Budget, Termine, Risiken und verantwortliche Stellen.

Prozessgrafik

Flächenbestand erfassen → Nutzung analysieren → Bedarf berechnen → Raumkonzept entwickeln → Variante freigeben → Neuorganisation oder Umzug umsetzen → Auslastung kontrollieren

Der Prozess ist nicht als einmalige Abfolge zu verstehen. Ergebnisse der Erfolgskontrolle fließen in die weitere Flächenplanung ein. Ändern sich Nutzerzahlen, Arbeitsmodelle oder Standortbedingungen wesentlich, beginnt eine erneute Bedarfsbewertung.

Regelmäßige Steuerung

Nach der Umsetzung werden Belegung, Auslastung, Nutzerzahl, Arbeitsplatzbestand und Flächenkosten regelmäßig überprüft. Das Monitoring stellt sicher, dass die erreichte Flächenwirkung dauerhaft erhalten bleibt und neue Unter- oder Überauslastungen frühzeitig erkannt werden.

Die Steuerung sollte in festgelegten Intervallen erfolgen. Nutzer- und Arbeitsplatzdaten können beispielsweise monatlich oder quartalsweise aktualisiert werden. Umfassende Flächen- und Bedarfsbewertungen sind bei wesentlichen organisatorischen Veränderungen sowie in einem verbindlich festgelegten Regelzyklus durchzuführen.

Eine erneute Bedarfsbewertung ist insbesondere erforderlich bei:

  • Deutlichen Veränderungen der Nutzerzahl

  • Neuen verbindlichen Präsenz- oder Arbeitsmodellen

  • Organisatorischen Zusammenlegungen oder Trennungen

  • Steigenden Engpässen bei Arbeits- oder Besprechungsflächen

  • Länger anhaltender Unterauslastung

  • Geplanten Mietvertragsentscheidungen

  • Standortverlagerungen oder größeren Umbauten

  • Wesentlichen Änderungen der Kundenfrequenz

Monitoring-Dashboard

Dashboard-Bereich

Darstellung

Flächenbestand

Fläche nach Standort, Gebäude, Geschoss, Organisationseinheit und Nutzung

Nutzer und Arbeitsplätze

Nutzerzahl, Arbeitsplatzanzahl, Nutzer je Arbeitsplatz und Arbeitsplatzquote

Auslastung

Anwesenheit, Arbeitsplatzbelegung, Raumnutzung, Spitzenwerte und zeitliche Nutzungsmuster

Kosten

Kosten je Quadratmeter, je Nutzer, je Arbeitsplatz und nach Standort

Reduktion

Ausgangsfläche, Zielfläche, freigesetzte Fläche und tatsächlich erreichte Einsparung

Maßnahmen

Status laufender Analysen, Umbauten, Umzüge, Teilrückgaben und Neuorganisationen

Das Dashboard sollte neben aktuellen Werten auch Zielwerte, Abweichungen und Entwicklungstrends zeigen. Für steuerungsrelevante Kennzahlen sind Schwellenwerte festzulegen. Wird ein Schwellenwert über einen definierten Zeitraum über- oder unterschritten, ist eine fachliche Prüfung auszulösen.

Geeignete Serviceangebote

Serviceangebot

Leistungsinhalt

Beispiel für CTA

Flächenanalyse

Erfassung, Strukturierung und Bewertung von Flächenbestand, Raumfunktionen, organisatorischen Zuordnungen und Kosten

„Flächenanalyse anfragen“

Auslastungsanalyse

Messung und Bewertung von Arbeitsplatz-, Raum- und Anwesenheitsdaten

„Auslastung prüfen lassen“

Flächenbedarfsplanung

Ermittlung des aktuellen und zukünftigen Arbeitsplatz-, Raum- und Funktionsbedarfs

„Flächenbedarf berechnen“

Büro- und Raumplanung

Entwicklung funktionaler Raumzonen, Belegungsmodelle und tätigkeitsbezogener Arbeitsumgebungen

„Raumkonzept entwickeln“

Flächenreduktionskonzept

Identifikation, räumliche Abgrenzung und wirtschaftliche Bewertung reduzierbarer Flächen

„Reduktionspotenzial ermitteln“

Neuorganisation

Planung der räumlichen Zuordnung von Teams, Arbeitsplätzen, Kundenfunktionen und gemeinsamen Bereichen

„Neuorganisation planen“

Umzugsmanagement

Vorbereitung, Koordination, Kommunikation, Durchführung und Nachkontrolle betrieblicher Umzüge

„Umzugsprojekt besprechen“

Jedes Serviceangebot sollte klar beschreiben, welche Daten benötigt werden, welche Planungsleistungen enthalten sind und welches konkrete Ergebnis der Auftraggeber erhält. Mögliche Ergebnisse sind beispielsweise ein Flächenbericht, ein Soll-Flächenprogramm, ein Belegungsplan, eine Variantenbewertung, ein Reduktionskonzept oder ein vollständiger Umzugsplan.

Platzierung der CTAs

CTAs können gezielt nach der Auslastungsanalyse, der Flächenbedarfsplanung, der Flächenreduktion und dem Umzugsmanagement platziert werden. Jeder CTA sollte dem unmittelbar vorausgehenden Fachinhalt entsprechen und eine konkrete nächste Leistung benennen.

Geeignete Platzierungen sind:

  • Nach der Auslastungsanalyse: „Auslastung prüfen lassen“

  • Nach der Flächenbedarfsermittlung: „Flächenbedarf berechnen“

  • Nach den Grundsätzen der Büroplanung: „Raumkonzept entwickeln“

  • Nach der Flächenreduktion: „Reduktionspotenzial ermitteln“

  • Nach der Neuorganisation: „Neuorganisation planen“

  • Nach dem Umzugsmanagement: „Umzugsprojekt besprechen“

Auf einer einzelnen Inhaltsseite sollte jeweils ein klarer Haupt-CTA hervorgehoben werden. Weitere Handlungsaufforderungen können als fachlich passende Sekundär-CTAs eingesetzt werden. Formulierungen müssen eindeutig, sachlich und handlungsorientiert sein.