Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Marktanalysen & Trends für Finanzinstitute

Facility Management: Banken & Versicherungen » Immobilien » Marktanalysen

Marktanalysen liefern Einblicke in Trends der Bankenimmobilien

Marktinformationen als Grundlage der Immobiliensteuerung

Marktanalysen verbinden die Entwicklung des Immobilienmarkts mit Veränderungen im Bankenfilialnetz und schaffen damit eine belastbare Grundlage für Standort-, Flächen- und Portfolioentscheidungen. Für Banken und Versicherungen ist entscheidend, wie sich Immobilienpreise, Mieten, Leerstände, Flächennachfrage und Standortqualitäten entwickeln und welche Auswirkungen die Anpassung physischer Filial- und Verwaltungsstrukturen auf den eigenen Immobilienbestand, die Betriebskosten und den zukünftigen Investitionsbedarf hat.

Immobilienmärkte im Finanzsektor gezielt analysieren

Zielsetzung

Die Marktanalyse stellt externe Marktinformationen strukturiert bereit und überführt sie in eine für das Immobilien- und Facility Management nutzbare Entscheidungsgrundlage. Dabei genügt es nicht, einzelne Marktwerte zu sammeln. Die Daten müssen räumlich abgegrenzt, zeitlich eingeordnet, auf Vergleichbarkeit geprüft und mit den Anforderungen des eigenen Immobilienportfolios verknüpft werden.

Eine professionelle Marktanalyse beantwortet insbesondere folgende Fragen:

  • Wie entwickelt sich der relevante Immobilienmarkt?

  • Welche Standorte gewinnen oder verlieren an Attraktivität?

  • Wie marktgerecht sind die eigenen Miet-, Flächen- und Kostenstrukturen?

  • Welche Objekte weisen Wertsteigerungs-, Anpassungs- oder Verwertungsrisiken auf?

  • Welche Auswirkungen haben Veränderungen des Filialnetzes auf Flächenbedarf und Immobilienstrategie?

  • Zu welchem Zeitpunkt sind Anmietung, Verlängerung, Flächenreduktion, Verlagerung oder Verkauf sinnvoll?

Die Ergebnisse müssen so aufbereitet werden, dass sie strategische und operative Entscheidungen unterstützen. Hierzu gehören Standortfreigaben, Mietvertragsentscheidungen, Investitionsplanungen, Flächenkonsolidierungen, Modernisierungsmaßnahmen und die Vorbereitung möglicher Standortaufgaben.

Nutzen für Finanzinstitute

Nutzenbereich

Bedeutung

Markttransparenz

Schafft einen nachvollziehbaren Überblick über Preise, Mieten, Leerstände, verfügbare Flächen und die aktuelle Nachfragesituation.

Standortbewertung

Ermöglicht den Vergleich von Lagequalität, Erreichbarkeit, Marktpotenzial und langfristiger Zukunftsfähigkeit verschiedener Standorte.

Portfoliosteuerung

Ordnet eigene Immobilien und Mietstandorte in das jeweilige Marktumfeld ein und zeigt Über- oder Unterbewertungen sowie strukturelle Risiken.

Flächenplanung

Unterstützt die Anpassung des Flächenbestands an tatsächliche Nutzung, veränderte Arbeitsmodelle und neue Kundenanforderungen.

Filialnetzplanung

Liefert eine externe Grundlage für die Bewertung, Zusammenlegung, Verlagerung oder Aufgabe von Filialstandorten.

Investitionsplanung

Hilft dabei, Marktzyklen, Baukosten, Standortentwicklungen und zukünftige Nachfrage in Investitionsentscheidungen einzubeziehen.

Wertentwicklung

Macht externe Einflüsse auf Immobilienwerte sichtbar und verbessert die Vorbereitung von Bewertungen, Verkäufen und Modernisierungen.

Für jeden Nutzenbereich sollte ein klarer Entscheidungsbezug hergestellt werden. Eine Marktanalyse ist erst dann vollständig, wenn aus den beobachteten Entwicklungen konkrete Auswirkungen, Handlungsoptionen, Zuständigkeiten und Prüfzeitpunkte abgeleitet werden.

Betrachtungsfelder

Die Marktbeobachtung für Finanzinstitute umfasst mehrere Analysebereiche, die getrennt ausgewertet und anschließend zusammengeführt werden.

Analysebereich

Schwerpunkt

Immobilienmarkt

Kaufpreise, Mieten, Leerstände, Transaktionen sowie Angebot und Nachfrage.

Büroimmobilienmarkt

Verwaltungsgebäude, Hauptverwaltungen, Regionalstandorte und Backoffice-Flächen.

Einzelhandelsnahe Immobilien

Filialen, Beratungscenter, Servicepunkte und weitere kundenbezogene Standorte.

Regionalmarkt

Entwicklung einzelner Städte, Regionen, Stadtteile und immobilienwirtschaftlicher Teilmärkte.

Bankenfilialnetz

Anzahl, Verteilung, Funktion und Veränderung physischer Bankstandorte.

Standorttrends

Veränderungen der räumlichen Nachfrage, der Standortfunktion und der Anforderungen an Gebäude und Flächen.

Die Analysebereiche dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Ein günstiges Mietniveau kann beispielsweise mit schwacher Nachfrage, geringer Standortqualität oder eingeschränkter Nachnutzbarkeit verbunden sein. Umgekehrt kann ein kostenintensiver Standort strategisch sinnvoll sein, wenn er eine hohe Kundenrelevanz, gute Erreichbarkeit oder eine wichtige regionale Versorgungsfunktion besitzt.

Räumliche Analyseebenen

Marktinformationen werden auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene betrachtet:

  • Nationale Ebene: Zeigt übergeordnete Entwicklungen bei Preisen, Zinsen, Transaktionen, Flächennachfrage und Filialnetzen.

  • Regionale Ebene: Bildet Unterschiede zwischen Städten, Metropolregionen, Mittelzentren und ländlichen Gebieten ab.

  • Lokale Ebene: Bewertet konkrete Mikrolagen, Nachbarschaften, Erreichbarkeit, Sichtbarkeit, Umfeldqualität und direkte Wettbewerbsstandorte.

Nationale Daten eignen sich zur Einordnung allgemeiner Trends, sind aber für konkrete Standortentscheidungen meist nicht ausreichend. Für Mietvertragsverhandlungen, Standortverlagerungen oder Objektbewertungen müssen regionale Teilmärkte und lokale Vergleichsobjekte herangezogen werden.

Die räumliche Abgrenzung ist für jede Analyse eindeutig zu dokumentieren. Ein Innenstadtmarkt, ein dezentraler Büroteilmarkt und das gesamte Stadtgebiet dürfen nicht ohne Anpassung miteinander verglichen werden.

Marktsegmente

Die Marktanalyse muss die für Banken und Versicherungen relevanten Immobiliensegmente unterscheiden.

Marktsegment

Bedeutung für Banken und Versicherungen

Büroimmobilien

Hauptverwaltungen, Regionalstandorte, Fachbereiche, Backoffice- und Projektflächen.

Geschäftshäuser

Filialen, Beratungscenter und kundenbezogene Serviceflächen in zentralen oder gut erreichbaren Lagen.

Gemischt genutzte Immobilien

Kombination aus Büro-, Beratungs-, Service-, Einzelhandels- oder weiteren Nutzungsarten.

Eigengenutzte Immobilien

Objekte mit langfristiger Bedeutung für Standortstrategie, Kapitalbindung, Betrieb und Investitionsplanung.

Mietimmobilien

Standorte, bei denen Mietkosten, Vertragslaufzeiten, Flächenflexibilität und Ausstiegsoptionen im Vordergrund stehen.

Die Segmente unterscheiden sich hinsichtlich Marktgängigkeit, Mietvertragsstruktur, technischer Anforderungen und Nachnutzbarkeit. Deshalb müssen die Daten segmentbezogen ausgewertet werden. Die Marktmiete einer modernen Bürofläche ist beispielsweise nicht unmittelbar mit der Miete einer Erdgeschossfiliale mit hoher Sichtbarkeit vergleichbar.

Marktindikatoren

Marktindikator

Aussage und Entscheidungsrelevanz

Immobilienpreisindex

Zeigt die Entwicklung von Kaufpreisen im Zeitverlauf und unterstützt die Einordnung von Wertveränderungen.

Marktmiete

Beschreibt das aktuelle Preisniveau für vergleichbare, neu angebotene oder neu vermietete Flächen.

Mietpreisentwicklung

Zeigt, ob Mietkosten gegenüber früheren Perioden steigen, sinken oder weitgehend stabil bleiben.

Leerstandsquote

Gibt das Verhältnis verfügbarer zu vorhandenen Flächen an und ist ein Indikator für Angebotsdruck und Verhandlungsspielraum.

Flächenumsatz

Erfasst den Umfang neu vermieteter oder verkaufter Flächen und zeigt die tatsächliche Marktaktivität.

Flächenangebot

Beschreibt kurz- und mittelfristig verfügbare Immobilien nach Lage, Größe, Qualität und Nutzungsart.

Transaktionsvolumen

Zeigt die Aktivität am Investmentmarkt und unterstützt die Bewertung von Marktliquidität und Investoreninteresse.

Renditeniveau

Stellt Ertrag und Immobilienwert zueinander in Beziehung und dient der Einordnung von Investitionspreisen.

Vermarktungsdauer

Zeigt, wie schnell angebotene Flächen aufgenommen werden und wie lange bei Vermietung oder Verkauf zu planen ist.

Bei der Interpretation sind Datenbasis, Erhebungsmethode und Bezugszeitraum zu beachten. Angebotsmieten können von tatsächlich vereinbarten Vertragsmieten abweichen. Preisindizes zeigen Entwicklungen, ersetzen jedoch keine Einzelbewertung eines konkreten Objekts. Leerstandsquoten sagen zudem wenig über die technische und funktionale Qualität der verfügbaren Flächen aus.

Die Deutsche Bundesbank stellt mit ihrem Gewerbeimmobilienpreisindex eine regelmäßig fortgeschriebene Grundlage zur Beobachtung der Preisentwicklung deutscher Gewerbeimmobilien bereit. Für die operative Standortbewertung sollten solche übergeordneten Indikatoren durch regionale Marktdaten und konkrete Vergleichsangebote ergänzt werden.

Marktindikatoren sind möglichst als Zeitreihe zu betrachten. Einzelwerte können durch kurzfristige Transaktionen oder Sondereffekte verzerrt sein. Erst die Entwicklung über mehrere Perioden macht strukturelle Veränderungen zuverlässig sichtbar.

Bedeutung für Finanzinstitute

Der Büroimmobilienmarkt beeinflusst den Wert eigener Verwaltungsgebäude, die Kosten angemieteter Flächen und die Möglichkeiten zur Anpassung des Standortportfolios. Für Banken und Versicherungen betrifft dies nicht nur Hauptverwaltungen, sondern auch Regionalstandorte, Schulungsflächen, Backoffice-Einheiten und spezialisierte Betriebsstandorte.

Eine fundierte Analyse muss sowohl die quantitative Verfügbarkeit als auch die qualitative Eignung von Büroflächen berücksichtigen. Ein hoher Leerstand bedeutet nicht automatisch, dass geeignete Flächen verfügbar sind. Entscheidend sind unter anderem Gebäudezustand, Flächenzuschnitt, technische Ausstattung, Sicherheitsanforderungen, Barrierefreiheit, Anpassungsfähigkeit und wirtschaftlicher Betriebsaufwand.

Analyseinhalte

Analysegegenstand

Zentrale Fragestellung

Flächennachfrage

Welche Bürogrößen, Lagen, Grundrisse und Flächenqualitäten werden nachgefragt?

Mietniveau

Wie entwickeln sich Neuvertrags-, Angebots- und Bestandsmieten im relevanten Teilmarkt?

Leerstand

Welche Flächen sind kurzfristig verfügbar und welche Qualitätsmerkmale weisen sie auf?

Gebäudequalität

Welche Objekte bleiben technisch, funktional und wirtschaftlich langfristig marktgängig?

Flächenflexibilität

Wie leicht lassen sich Grundrisse, Arbeitsbereiche und technische Systeme an veränderte Nutzungen anpassen?

Standortlage

Welche Teilmärkte gewinnen oder verlieren hinsichtlich Erreichbarkeit, Nachfrage und Flächenqualität an Bedeutung?

Neben der Grundmiete sind Nebenkosten, Ausbaukosten, Umzugskosten, technische Anpassungen und erforderliche Investitionen zu berücksichtigen. Für einen belastbaren Vergleich sollte daher nicht nur die Miete je Quadratmeter, sondern die gesamte standortbezogene Kostenbelastung bewertet werden.

Bei eigenen Immobilien sind zusätzlich Instandhaltungsrückstand, Modernisierungsbedarf, Flächeneffizienz und mögliche Drittverwendungsfähigkeit zu prüfen. Ein Objekt kann einen guten bilanziellen Wert aufweisen, gleichzeitig jedoch hohe zukünftige Investitionen oder eine geringe Marktgängigkeit besitzen.

Relevanz für die Flächenstrategie

Marktinformationen zeigen, ob Flächen erweitert, reduziert, verlagert oder neu angemietet werden können. Sie unterstützen außerdem den strukturierten Vergleich zwischen:

  • Verbleib am bestehenden Standort,

  • Verlängerung oder Neuverhandlung eines Mietvertrags,

  • teilweiser Untervermietung,

  • Umzug in eine andere Immobilie,

  • Ankauf eines Objekts,

  • Verkauf und anschließender Rückanmietung,

  • Zusammenlegung mehrerer Standorte.

Für jede Alternative sind Flächenbedarf, Vertragslaufzeit, Investitionskosten, Betriebsaufwand, Umsetzungsrisiko und langfristige Anpassungsfähigkeit zu bewerten. Die Marktanalyse liefert dabei die externe Vergleichsbasis. Die endgültige Entscheidung erfordert zusätzlich interne Nutzungs-, Kosten- und Strategiedaten.

Besonderheiten von Filialimmobilien

Filialen verbinden Immobilienfunktion, Kundenkontakt und regionale Präsenz. Ihre Marktanalyse muss daher sowohl die Immobilie als auch die zukünftige Bedeutung des Standorts betrachten. Eine rein immobilienwirtschaftliche Bewertung greift zu kurz, weil Lage, Sichtbarkeit, Erreichbarkeit und Kundenfrequenz unmittelbar mit der Funktion des Standorts verbunden sind.

Gleichzeitig darf die strategische Bedeutung eines Standorts nicht von seinen technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen getrennt werden. Hoher Investitionsbedarf, ungünstige Flächenzuschnitte, Sicherheitsmängel oder eingeschränkte Barrierefreiheit können die langfristige Nutzbarkeit begrenzen.

Bewertungskriterien

Kriterium

Bedeutung

Lagequalität

Sichtbarkeit, Umfeldqualität, Position im lokalen Zentrum und Nähe zu relevanten Kundenströmen.

Erreichbarkeit

Zugang mit öffentlichem Verkehr, Pkw, Fahrrad und zu Fuß sowie Erreichbarkeit für Beschäftigte und Dienstleister.

Flächenangebot

Verfügbarkeit geeigneter Beratungs-, Service-, Warte-, Technik- und Nebenflächen.

Miet- und Kaufpreise

Wirtschaftliche Belastung einschließlich Nebenkosten, Ausbau und standortbezogener Investitionen.

Anpassungsfähigkeit

Möglichkeit, Flächenaufteilung, Beratungszonen, Selbstbedienungsbereiche oder technische Ausstattung zu verändern.

Lokale Nachfrage

Bedarf an persönlicher Beratung, Serviceleistungen und physischer Präsenz im jeweiligen Marktgebiet.

Nachnutzbarkeit

Vermietungs-, Verkaufs- oder Umnutzungsperspektive bei einer späteren Standortaufgabe.

Die Kriterien sollten gewichtet werden. Für einen Beratungsstandort können Erreichbarkeit, Diskretion und Terminflächen wichtiger sein als eine sehr hohe Laufkundschaft. Bei einem Selbstbedienungsstandort stehen dagegen Sichtbarkeit, Zugänglichkeit, Sicherheit und technische Verfügbarkeit im Vordergrund.

Verbindung mit dem Facility Management

Facility-Management-Daten zu Betriebskosten, Flächenzustand, Störungen, Energieverbrauch, Betreiberpflichten und Investitionsbedarf ergänzen die externen Marktinformationen. Dadurch wird erkennbar, ob ein Standort nicht nur marktseitig attraktiv, sondern auch langfristig wirtschaftlich und sicher betreibbar ist.

Für die Standortbewertung sollten insbesondere folgende interne Informationen einbezogen werden:

  • jährliche Betriebs- und Instandhaltungskosten,

  • technische Restnutzungsdauer wichtiger Anlagen,

  • offene Mängel und Instandhaltungsrückstände,

  • geplante Modernisierungs- und Umbaukosten,

  • Flächenauslastung und funktionale Eignung,

  • Anforderungen an Sicherheit und Zugangskontrolle,

  • Barrierefreiheit und Kundenkomfort,

  • Vertragslaufzeiten, Kündigungsfristen und Rückbaupflichten.

Durch die Verbindung von Markt-, Nutzungs- und FM-Daten entsteht eine Gesamtbetrachtung, die Standortqualität, strategische Relevanz und Lebenszykluskosten zusammenführt.

Gegenstand der Filialnetzanalyse

Die Filialnetzanalyse untersucht Anzahl, räumliche Verteilung, Funktion und Veränderung physischer Bankstandorte. Dabei werden Schließungen, Zusammenlegungen, Neueröffnungen, Verlagerungen und neue Standortformate betrachtet.

Vor Beginn der Analyse muss festgelegt werden, welche Standorte als Filiale gelten. Vollservice-Filialen, reine Beratungsstandorte und Selbstbedienungsstandorte dürfen nicht ohne Kennzeichnung zusammengefasst werden. Andernfalls können Rückgänge oder Verschiebungen im Filialnetz falsch interpretiert werden.

Die Analyse sollte sowohl das eigene Filialnetz als auch die Entwicklung des Gesamtmarkts betrachten. Der Marktvergleich zeigt, ob die eigene Standortstruktur einem allgemeinen Trend folgt oder sich bewusst davon unterscheidet.

Zentrale Kennzahlen

Kennzahl

Aussage

Anzahl der Filialen

Gesamtumfang des betrachteten Filialnetzes zu einem festgelegten Stichtag.

Veränderung zum Vorjahr

Geschwindigkeit und Richtung der Netzanpassung.

Filialen nach Region

Räumliche Verteilung und regionale Konzentration der Standorte.

Filialdichte

Verhältnis von Filialen zu Einwohnern, Kunden, Haushalten oder definiertem Marktgebiet.

Schließungsquote

Anteil aufgegebener Standorte innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

Neueröffnungsquote

Anteil neuer, ersetzter oder verlagerter Standorte.

Durchschnittliche Filialfläche

Entwicklung der Standortgröße und möglicher Wandel der Filialformate.

Kosten je Filiale

Gesamter wirtschaftlicher Aufwand eines Standorts einschließlich Miete, Betrieb und Instandhaltung.

Fläche je Kundenkontakt

Verhältnis von Flächenumfang zu Kundenfrequenz, Beratungsterminen oder Servicevorgängen.

Weitere relevante Auswertungen sind Kosten je Quadratmeter, Investitionsbedarf je Standort, Kundenkontakte je Öffnungsstunde und Anteil nicht ausgelasteter Flächen. Solche Kennzahlen müssen jedoch im Zusammenhang betrachtet werden. Eine geringe Kundenfrequenz kann bei einem spezialisierten Beratungsstandort sachgerecht sein, während sie bei einem klassischen Servicepunkt auf strukturellen Anpassungsbedarf hinweist.

Die Deutsche Bundesbank dokumentiert die Entwicklung des deutschen Bankstellennetzes jährlich. In der Betrachtung für 2025 werden Digitalisierung, Kostendruck und verändertes Kundenverhalten als wesentliche Einflussfaktoren auf die weitere Verringerung inländischer Zweigstellen genannt.

Für das Facility Management ist besonders relevant, wann Veränderungen des Filialnetzes in konkrete Immobilienmaßnahmen überführt werden. Standortentscheidungen müssen frühzeitig mit Mietvertragsfristen, Rückbauverpflichtungen, Vermarktungszeiten und Investitionsplanungen abgestimmt werden.

Standorttypen

Filialformat

Marktanalytische Bedeutung

Vollservice-Filiale

Benötigt größere Beratungs-, Service-, Warte-, Sicherheits- und Nebenflächen.

Beratungsstandort

Konzentriert sich auf persönliche Gespräche, Terminberatung und diskrete Kundenbereiche.

Servicefiliale

Bietet ausgewählte Kundenleistungen und benötigt eine entsprechend reduzierte Funktionsfläche.

Selbstbedienungsstandort

Hat geringeren Flächenbedarf, aber spezifische Anforderungen an Sicherheit, Technik, Zugänglichkeit und Verfügbarkeit.

Kombinierter Standort

Verbindet mehrere Beratungs-, Service- und Selbstbedienungsangebote in einer flexibel nutzbaren Fläche.

Temporärer Standort

Sichert zeitlich begrenzte Präsenz, beispielsweise bei Umbauten, Markttests oder besonderen regionalen Anforderungen.

Für jedes Format ist ein eindeutiges funktionales Anforderungsprofil erforderlich. Dieses beschreibt unter anderem Flächengröße, Anzahl der Beratungsräume, Diskretionsanforderungen, technische Infrastruktur, Sicherheitsniveau, Zugangszeiten, Nebenflächen und betriebliche Betreuung.

Bedeutung der Formatentwicklung

Die Veränderung der Filialformate beeinflusst Flächengröße, Lageanforderungen, Mietniveau, technische Ausstattung und Betreiberkonzept. Marktanalysen müssen deshalb nicht nur die Zahl der Standorte, sondern auch deren Funktion und Leistungsumfang berücksichtigen.

Eine Verringerung der durchschnittlichen Filialfläche kann beispielsweise auf effizientere Raumkonzepte, eine stärkere Beratungsorientierung oder die Trennung von Service- und Beratungsfunktionen zurückzuführen sein. Sie ist daher nicht automatisch als reine Kostensenkung zu interpretieren.

Aus Sicht des Facility Managements verändern neue Formate insbesondere:

  • Anforderungen an Zutritt und Öffnungszeiten,

  • technische Überwachung und Störungsbearbeitung,

  • Sicherheits- und Bargeldkonzepte,

  • Reinigungs- und Instandhaltungsleistungen,

  • Flächenaufteilung und Möblierung,

  • IT- und Kommunikationsinfrastruktur,

  • Rückbau- und Anpassungsmöglichkeiten.

Vor einer flächendeckenden Umsetzung sollte ein neues Filialformat an ausgewählten Standorten getestet und anhand von Kosten, Nutzererfahrung, Betriebsstabilität und Flächeneffizienz bewertet werden.

Regionale Differenzierung

Immobilienmärkte und Filialnetze entwickeln sich nicht einheitlich. Großstädte, Mittelzentren und ländliche Regionen unterscheiden sich hinsichtlich Mietniveau, Flächenangebot, Kundenstruktur, Erreichbarkeit, Standortdichte und Nachnutzbarkeit.

Auch innerhalb einer Stadt können erhebliche Unterschiede bestehen. Zentrale Geschäftslagen, Stadtteilzentren, Bürostandorte und periphere Lagen weisen unterschiedliche Preisniveaus, Frequenzen und Flächenqualitäten auf. Daher ist eine regionale Analyse stets durch eine Betrachtung des konkreten Teilmarkts und der Mikrolage zu ergänzen.

Vergleichsmatrix

Analysefeld

Großstadt

Mittelzentrum

Ländliche Region

Immobilienkosten

Häufig höheres Miet- und Preisniveau sowie stärkere Unterschiede zwischen Teilmärkten.

Meist mittleres Marktniveau mit standortabhängigen Abweichungen.

Häufig geringeres Preisniveau, teilweise jedoch begrenztes Angebot geeigneter Flächen.

Flächenangebot

Größeres Angebot, das in gefragten Lagen stark umkämpft sein kann.

Begrenzte Auswahl passender Objekte und Flächengrößen.

Teilweise geringe Verfügbarkeit marktgerechter und technisch geeigneter Flächen.

Filialdichte

Höhere Standortkonzentration und stärkere Überschneidung von Einzugsgebieten.

Regionale Versorgungs- und Bündelungsfunktion.

Größere Einzugsgebiete und längere Anfahrtswege.

Standortfunktion

Beratung, Verwaltung, Service und repräsentative Präsenz.

Kundenversorgung, regionale Betreuung und Bündelung spezialisierter Leistungen.

Grundversorgung, persönliche Erreichbarkeit und regionale Vertrauensfunktion.

Nachnutzbarkeit

Stark abhängig von Mikrolage, Zuschnitt und Flächenqualität.

Abhängig von lokaler Wirtschaft, Nachfrage und alternativen Nutzungen.

Teilweise längere Vermarktungsdauer und eingeschränkter Nutzerkreis.

Die Matrix dient als Ausgangspunkt und darf nicht als pauschale Bewertung verstanden werden. Ein gut erreichbares Mittelzentrum kann für ein Institut strategisch bedeutender sein als ein kostenintensiver Großstadtstandort. Ebenso kann ein ländlicher Standort trotz geringer Kundenfrequenz eine wichtige Versorgungsfunktion erfüllen.

Bedeutung für Standortentscheidungen

Regionale Vergleiche zeigen, ob ein Standort marktgerecht dimensioniert ist und welche Alternativen für Verlagerung, Zusammenlegung oder Flächenanpassung bestehen.

Für die Entscheidung sollten mindestens folgende Aspekte zusammengeführt werden:

  • regionale Marktattraktivität,

  • strategische Bedeutung des Einzugsgebiets,

  • Kunden- und Beschäftigtenerreichbarkeit,

  • aktuelle und zukünftige Flächennachfrage,

  • Miet- und Betriebskosten,

  • Investitionsbedarf,

  • Verfügbarkeit geeigneter Alternativflächen,

  • Nachnutzbarkeit des bestehenden Standorts,

  • erwartete Umsetzungs- und Vermarktungsdauer.

Das Ergebnis sollte nicht nur eine Rangfolge der Standorte darstellen, sondern den konkreten Handlungsbedarf benennen. Mögliche Einstufungen sind beispielsweise Halten, Optimieren, Verkleinern, Verlagern, Zusammenlegen oder Aufgeben.

Beobachtungsfelder

Trend

Bedeutung für Immobilien und Filialnetz

Veränderte Flächennachfrage

Erfordert die Anpassung von Verwaltungs-, Beratungs- und Filialflächen an die tatsächliche Nutzung.

Digitalisierung der Kundendienste

Verändert Anzahl, Funktion und technische Ausstattung physischer Standorte.

Persönliche Beratung

Führt zu einer stärkeren Konzentration von Filialen auf beratungsintensive und vertrauliche Leistungen.

Flexible Flächennutzung

Erhöht den Bedarf an anpassbaren Grundrissen, modularen Raumstrukturen und vielseitig nutzbaren Bereichen.

Steigende Gebäudequalität

Verstärkt die Differenzierung zwischen langfristig marktgängigen und technisch oder funktional schwer nutzbaren Immobilien.

Regionale Marktunterschiede

Erfordern unterschiedliche Standortstrategien nach Marktgebiet, Kundenstruktur und Versorgungsfunktion.

Kostenentwicklung

Erhöht den Handlungsdruck bei unwirtschaftlichen, untergenutzten oder investitionsintensiven Standorten.

Die Trends wirken häufig gleichzeitig. Eine geringere Flächennachfrage kann beispielsweise mit höheren Qualitätsanforderungen verbunden sein. Das Institut benötigt dann insgesamt weniger Fläche, stellt an die verbleibenden Standorte jedoch höhere Anforderungen hinsichtlich Flexibilität, Technik, Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität.

Für das Facility Management ist entscheidend, Trends in konkrete Auswirkungen auf Verträge, Flächen, technische Anlagen, Dienstleistungen und Investitionsbudgets zu übersetzen.

Trennung von kurzfristiger Bewegung und langfristigem Trend

Kurzfristige Schwankungen bei Preisen, Mieten, Leerständen oder Transaktionen müssen von langfristigen strukturellen Veränderungen getrennt werden. Strategische Immobilienentscheidungen sollten grundsätzlich auf mehrjährigen Entwicklungen beruhen.

Eine kurzfristige Verringerung des Transaktionsvolumens kann beispielsweise durch eine vorübergehende Marktunsicherheit verursacht sein, ohne dass die langfristige Standortnachfrage sinkt. Ein über mehrere Jahre steigender Leerstand in Verbindung mit längeren Vermarktungszeiten und sinkendem Flächenumsatz deutet dagegen eher auf eine strukturelle Veränderung hin.

Zur Trendbewertung sollten folgende Elemente genutzt werden:

  • mehrjährige Zeitreihen,

  • Vergleich mit ähnlichen Regionen und Teilmärkten,

  • Trennung von Angebots- und Abschlussdaten,

  • Analyse von Neubau- und Modernisierungsaktivitäten,

  • Beobachtung der Filialformate,

  • Entwicklung interner Flächennutzung und Standortkosten,

  • dokumentierte Schwellenwerte für Handlungsbedarf.

Jeder identifizierte Trend sollte mit einer Einschätzung seiner Eintrittswahrscheinlichkeit, seiner möglichen Dauer und seiner Auswirkungen auf das Portfolio versehen werden.

Vergleich von Markt und Eigenbestand

Externe Marktinformation

Interne Portfoliodaten

Entscheidungsnutzen

Marktmiete

Aktuelle Vertragsmiete

Bewertung, ob ein Mietvertrag über, unter oder innerhalb des Marktniveaus liegt.

Marktpreis

Buch- oder Bewertungswert

Einordnung möglicher Wertveränderungen und Vorbereitung weiterer Bewertungen.

Leerstand im Teilmarkt

Eigene Flächenauslastung

Bewertung von Flächenalternativen, Untervermietung oder Konsolidierung.

Flächenangebot

Zukünftiger Flächenbedarf

Vorbereitung von Anmietung, Verlagerung, Erweiterung oder Flächenreduktion.

Filialnetzentwicklung

Eigene Standortstruktur

Vergleich der eigenen Netzstrategie mit allgemeinen Marktveränderungen.

Regionale Nachfrage

Standortleistung

Beurteilung der zukünftigen Tragfähigkeit und Funktion eines Standorts.

Vermarktungsdauer

Geplante Standortaufgabe

Einschätzung des erforderlichen Zeitraums für Verkauf, Vermietung oder Vertragsübergang.

Ergänzend sollten externe Gebäudequalitäten mit dem technischen Zustand eigener Immobilien, regionale Betriebskostenniveaus mit den eigenen Kosten und marktübliche Vertragskonditionen mit bestehenden Mietverträgen verglichen werden.

Abweichungen sind zu erklären. Eine Vertragsmiete unter dem Marktniveau kann wirtschaftlich vorteilhaft sein, aber auch mit einer langen Restlaufzeit, hohen Betriebskosten oder eingeschränkter Flächenqualität verbunden sein. Umgekehrt kann eine überdurchschnittliche Miete durch hohe Flexibilität, geringe Investitionskosten oder eine strategisch besonders wichtige Lage gerechtfertigt sein.

Bedeutung der Vergleichbarkeit

Markt- und Portfoliodaten benötigen dieselben räumlichen Abgrenzungen, Flächendefinitionen und Betrachtungszeiträume. Nur dann lassen sich Marktposition und Handlungsbedarf eines Standorts verlässlich bestimmen.

Insbesondere sind folgende Definitionen zu vereinheitlichen:

  • Brutto- oder Nettogrundfläche,

  • Mietfläche und tatsächlich nutzbare Fläche,

  • Grundmiete oder Gesamtmietbelastung,

  • Angebotsmiete oder Vertragsmiete,

  • monatlicher oder jährlicher Bezugszeitraum,

  • nominale oder preisbereinigte Werte,

  • Filialtyp und Leistungsumfang,

  • Stadtgebiet, Teilmarkt oder Mikrolage.

Jeder Datensatz sollte einen eindeutigen Stichtag, eine verantwortliche Stelle und eine dokumentierte Herkunft aufweisen. Veränderungen an Definitionen oder Berechnungsmethoden müssen nachvollziehbar festgehalten werden, damit Zeitreihen nicht unbemerkt an Aussagekraft verlieren.

Szenariobetrachtung

Szenario

Betrachtungsinhalt

Stabile Marktentwicklung

Fortführung der bestehenden Immobilien- und Standortplanung unter weitgehend unveränderten Rahmenbedingungen.

Steigende Immobilienkosten

Auswirkungen höherer Mieten, Kaufpreise, Nebenkosten und Investitionsaufwendungen auf Anmietung, Betrieb und Standortwahl.

Sinkende Flächennachfrage

Möglichkeiten zur Flächenreduktion, Untervermietung, Konsolidierung oder Zusammenlegung.

Beschleunigter Filialabbau

Folgen für verbleibende Standorte, frei werdende Immobilien, Rückbaukosten und regionale Versorgung.

Veränderte Filialformate

Anpassung von Flächengröße, Lage, Raumkonzept, Technik und Betreiberleistungen.

Regionale Verschiebung

Verlagerung der Nachfrage zwischen Städten, Teilmärkten oder Versorgungsgebieten.

Für jedes Szenario sind klare Annahmen festzulegen. Hierzu gehören Betrachtungszeitraum, erwartete Kostenentwicklung, Flächenbedarf, Anzahl der Standorte und mögliche Marktreaktionen. Die Annahmen müssen intern abgestimmt und regelmäßig überprüft werden.

Ein Szenario ist keine Prognose, sondern eine strukturierte Darstellung möglicher Entwicklungen. Es soll zeigen, welche Entscheidungen unter veränderten Rahmenbedingungen erforderlich wären.

Bedeutung für die Planung

Szenarien machen sichtbar, wie Marktveränderungen den Flächenbedarf, die Immobilienkosten und die Struktur des Filialnetzes beeinflussen können. Sie unterstützen die Vorbereitung alternativer Handlungswege und reduzieren die Abhängigkeit von einer einzigen Planungsannahme.

Für jedes Szenario sollten mindestens folgende Ergebnisse dargestellt werden:

  • erwarteter Flächenbedarf,

  • Anzahl und Funktion der Standorte,

  • Miet- und Betriebskosten,

  • Investitions- und Rückbaubedarf,

  • mögliche Verwertungs- oder Vermietungszeiträume,

  • personelle und organisatorische Auswirkungen,

  • erforderliche Entscheidungszeitpunkte,

  • Auslöser für einen Wechsel der Strategie.

Geeignet ist die Unterscheidung zwischen einem Basisszenario, einem Szenario mit erhöhtem Kostendruck und einem Szenario mit stärkerer struktureller Veränderung. Die Auswirkungen sollten sowohl auf Portfolioebene als auch für besonders relevante Einzelstandorte ausgewiesen werden.

Inhalt des Dashboards

Dashboard-Bereich

Kennzahlen und Darstellungen

Immobilienmarkt

Preise, Mieten, Leerstände, Transaktionsaktivität und verfügbares Flächenangebot.

Büroflächen

Mietentwicklung, Flächenumsatz, Leerstand, Gebäudequalität und kurzfristige Verfügbarkeit.

Filialnetz

Anzahl, Veränderung, Formate, Schließungen, Neueröffnungen und regionale Verteilung.

Standortvergleich

Marktqualität, strategische Bedeutung, Kosten, Auslastung und Flächensituation.

Trenddarstellung

Mehrjährige Entwicklung zentraler Markt-, Kosten- und Filialnetzindikatoren.

Portfoliovergleich

Abweichung eigener Standorte von Marktwerten, Benchmarks und internen Zielgrößen.

Das Dashboard sollte unterschiedliche Managementebenen unterstützen. Eine Übersichtsseite zeigt die wichtigsten Veränderungen, Risiken und Handlungsfelder. Detailansichten ermöglichen die Auswertung einzelner Regionen, Teilmärkte oder Standorte.

Jede Kennzahl benötigt eine eindeutige Definition, einen Datenstand und eine verantwortliche Stelle. Veraltete oder unvollständige Daten müssen sichtbar gekennzeichnet werden.

Geeignete Visualisierungen

  • Zeitreihe zur Entwicklung von Immobilienpreisen und Mieten: Zeigt langfristige Veränderungen und mögliche Wendepunkte.

  • Karte zur regionalen Verteilung der Filialstandorte: Macht Standortkonzentrationen, Versorgungslücken und regionale Überschneidungen sichtbar.

  • Balkendiagramm zu Filialeröffnungen und -schließungen: Stellt Umfang und Richtung der Netzveränderung je Zeitraum dar.

  • Standortmatrix aus Marktattraktivität und strategischer Bedeutung: Unterstützt die Priorisierung von Halte-, Investitions- und Verwertungsentscheidungen.

  • Ampeldarstellung für den marktbezogenen Handlungsbedarf: Kennzeichnet Standorte mit normalem, erhöhtem oder akutem Prüfbedarf.

Ampelfarben und Bewertungen müssen durch dokumentierte Schwellenwerte hinterlegt sein. Eine rote Einstufung darf nicht allein auf einer einzelnen Kennzahl beruhen. Sie sollte aus einer Kombination relevanter Markt-, Kosten-, Nutzungs- und Zustandsdaten entstehen.

Das Dashboard sollte außerdem Filter für Region, Standorttyp, Eigentumsform, Filialformat und Betrachtungszeitraum enthalten. Dadurch können allgemeine Entwicklungen von standortspezifischen Besonderheiten getrennt werden.

Regelmäßiger Analysezyklus

Datenquellen aktualisieren → Marktindikatoren auswerten → Filialnetzentwicklung prüfen → Standorte vergleichen → Trends bewerten → Entscheidungsbedarf dokumentieren

Der Analysezyklus sollte organisatorisch verankert und mit der Budget-, Investitions-, Flächen- und Portfolioplanung abgestimmt werden.

  • Datenquellen aktualisieren: Externe Marktinformationen und interne Portfolioangaben werden auf Vollständigkeit und Aktualität geprüft.

  • Marktindikatoren auswerten: Preise, Mieten, Leerstände, Angebot, Nachfrage und Vermarktungszeiten werden analysiert.

  • Filialnetzentwicklung prüfen: Veränderungen der eigenen und der marktweiten Standortstruktur werden erfasst.

  • Standorte vergleichen: Marktposition, Kosten, Nutzung, Zustand und strategische Bedeutung werden zusammengeführt.

  • Trends bewerten: Kurzfristige Veränderungen werden von strukturellen Entwicklungen getrennt.

  • Entscheidungsbedarf dokumentieren: Handlungsoptionen, Prioritäten, Verantwortlichkeiten und Termine werden festgelegt.

Für wesentliche Standorte sollte ein definierter Eskalationsprozess bestehen. Dieser wird beispielsweise ausgelöst, wenn Mietverträge auslaufen, Kosten deutlich vom Markt abweichen, hohe Investitionen erforderlich werden oder die Standortnutzung dauerhaft unter einen festgelegten Schwellenwert fällt.

Aktualisierungsintervalle

Information

Empfohlener Prüfzyklus

Immobilienpreise und Mieten

Quartalsweise oder halbjährlich, abhängig von Marktaktivität und Entscheidungsbedarf.

Flächenangebot und Leerstand

Quartalsweise sowie anlassbezogen bei konkreten Standortprojekten.

Bankenfilialnetz

Jährlich und zusätzlich bei wesentlichen Markt- oder Strukturveränderungen.

Regionale Standortdaten

Jährlich sowie vor wichtigen Miet-, Investitions- oder Verlagerungsentscheidungen.

Eigene Standort- und Flächendaten

Laufend mit regelmäßiger Gesamtprüfung und abgestimmten Datenstichtagen.

Langfristige Trends

Jährliche strategische Bewertung im Rahmen der Portfolio- und Flächenplanung.

In dynamischen Teilmärkten oder bei bevorstehenden Vertragsentscheidungen können kürzere Intervalle erforderlich sein. Bei langfristig stabilen Standorten ist eine anlassbezogene Vertiefung häufig ausreichend, sofern die grundlegenden Daten regelmäßig geprüft werden.

Dokumentation

Für jede Marktinformation werden Quelle, Veröffentlichungsdatum, räumliche Abgrenzung, Bezugszeitraum und Datenstand festgehalten. Zusätzlich sollten Erhebungsmethode, verwendete Flächendefinition, mögliche Einschränkungen und die verantwortliche interne Stelle dokumentiert werden.

Die Bankstellenberichte und Bankstellenstatistiken der Deutschen Bundesbank bilden eine offizielle und regelmäßig fortgeschriebene Informationsgrundlage für das deutsche Bankstellennetz. Diese Daten sind mit institutseigenen Angaben zu Filialformaten, Flächen, Kosten, Kundenkontakten und Standortentscheidungen zu verknüpfen.

Eine vollständige Dokumentation umfasst mindestens:

  • Bezeichnung und Herkunft des Datensatzes,

  • Datum der Veröffentlichung und des internen Abrufs,

  • geografischen und sachlichen Geltungsbereich,

  • Bezugs- und Vergleichszeitraum,

  • Definition der Kennzahlen,

  • Datenqualität und bekannte Einschränkungen,

  • vorgenommene Bereinigungen oder Umrechnungen,

  • verantwortliche Organisationseinheit,

  • abgeleitete Entscheidung und Prüfdatum,

  • Versionsstand der Analyse.