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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Standort-Optimierung für Finanzinstitute

Facility Management: Banken & Versicherungen » Immobilien » Standort

Attraktive Standorte sichern Erreichbarkeit und langfristigen Immobilienwert

Standortoptimierung für Finanzinstitute

Die Standortoptimierung unterstützt Banken und Versicherungen dabei, ihr Netz aus Filialen, Beratungsflächen, Servicepunkten und Bankautomaten an den tatsächlichen Kunden-, Flächen- und Betriebsbedarf anzupassen. Eine systematische Standortbewertung schafft eine belastbare Grundlage für Entscheidungen über Beibehaltung, Modernisierung, Verkleinerung, Spezialisierung, Verlagerung, Zusammenlegung, Umnutzung oder Aufgabe. Das Facility Management stellt dafür die erforderlichen Informationen zu Flächen, Gebäudezustand, technischer Eignung, Betriebskosten, Vertragsbedingungen und notwendigen Anpassungsmaßnahmen bereit.

Standortportfolio von Finanzinstituten gezielt optimieren

Zielsetzung

Die Standortoptimierung verbindet die strategische Bedeutung eines Standorts mit seiner tatsächlichen Nutzung, Wirtschaftlichkeit und betrieblichen Eignung. Ziel ist ein bedarfsgerechtes Standortnetz, das die erforderlichen Beratungs-, Service- und Selbstbedienungsleistungen zuverlässig bereitstellt und gleichzeitig unnötige Flächen, Betriebskosten und Investitionen vermeidet.

Für das Facility Management bedeutet dies, jeden Standort nicht isoliert, sondern als Bestandteil des gesamten Standortportfolios zu betrachten. Eine gut frequentierte Filiale kann beispielsweise dennoch einen zu großen Flächenumfang oder einen ungünstigen Raumzuschnitt aufweisen. Umgekehrt kann ein Standort mit niedriger Kundenfrequenz strategisch notwendig sein, wenn er eine Versorgungslücke schließt oder ein wichtiges Einzugsgebiet abdeckt.

Die Optimierung muss deshalb quantitative und qualitative Kriterien miteinander verbinden. Nutzungszahlen, Flächenkosten und Investitionsbedarf sind ebenso relevant wie Erreichbarkeit, Standortfunktion, Kundenstruktur, technische Betriebsfähigkeit und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten.

Zentrale Optimierungsziele

Zielbereich

Bedeutung

Standortqualität

Auswahl von Lagen, die gut erreichbar, sichtbar, funktional nutzbar und langfristig für die vorgesehene Standortfunktion geeignet sind.

Kundennähe

Sicherstellung einer bedarfsgerechten Erreichbarkeit von Beratung, Service, Bargeldversorgung und weiteren Selbstbedienungsangeboten.

Flächeneffizienz

Anpassung von Größe, Zuschnitt und Raumprogramm an die tatsächliche Nutzung sowie Vermeidung dauerhaft ungenutzter oder überdimensionierter Bereiche.

Wirtschaftlichkeit

Reduzierung nicht erforderlicher Miet-, Energie-, Reinigungs-, Wartungs-, Instandhaltungs- und Bewirtschaftungskosten.

Standortfunktion

Eindeutige Zuordnung der Aufgaben eines Standorts, beispielsweise Beratung, Service, Selbstbedienung oder eine Kombination dieser Funktionen.

Anpassungsfähigkeit

Sicherstellung, dass Flächen bei veränderten Anforderungen verkleinert, erweitert, getrennt oder umgenutzt werden können.

Investitionssteuerung

Konzentration von Modernisierungs-, Umbau- und Erneuerungsmaßnahmen auf Standorte mit langfristiger strategischer und betrieblicher Perspektive.

Erfassung der Standorte

Vor Beginn der Optimierung werden sämtliche Filialen, Beratungsstandorte, Servicepunkte und Bankautomaten in einer einheitlichen Standortübersicht erfasst. Die Datenerhebung muss nach standardisierten Definitionen erfolgen, damit die Standorte miteinander verglichen werden können.

Jeder Standort erhält eine eindeutige Kennzeichnung. Neben Adresse und Standortart werden die aktuelle Funktion, der Flächenumfang, die Vertragsform, die technische Ausstattung, der Gebäudezustand, die Nutzung und die Kosten dokumentiert. Bei Automatenstandorten ist zusätzlich zu unterscheiden, ob sich der Automat in einer eigenen Fläche, in einer Filiale, in einem Einkaufszentrum, in einem Partnerbetrieb oder an einem frei zugänglichen Außenstandort befindet.

Die Standortübersicht sollte regelmäßig aktualisiert werden. Veränderungen bei Mietverträgen, Kundenfrequenzen, Flächennutzungen, technischen Anlagen oder geplanten Investitionen müssen zeitnah übernommen werden. Nur eine gepflegte Datenbasis ermöglicht verlässliche Portfolioentscheidungen.

Standortdaten

Datenbereich

Erforderliche Informationen

Identifikation

Standortnummer, vollständige Adresse, geografische Zuordnung, Organisationseinheit und verantwortliche Stelle.

Nutzung

Einordnung als Vollservice-Filiale, Beratungsstandort, Servicefiliale, Selbstbedienungsstandort, einzelner Automatenstandort oder kombinierter Standort.

Fläche

Gesamtfläche, Hauptnutzfläche, Beratungsfläche, Servicefläche, Selbstbedienungsfläche, Arbeitsfläche, Technikfläche, Lagerfläche, Verkehrsfläche und ungenutzte Bereiche.

Kundenfrequenz

Anzahl der Besuche, Verteilung nach Wochentagen und Tageszeiten, saisonale Schwankungen sowie Anteil terminierter und spontaner Kundenkontakte.

Automatennutzung

Anzahl und Art der Transaktionen, zeitliche Nutzung, Auslastungsspitzen, Störungen und Verfügbarkeit.

Kosten

Miete, Nebenkosten, Energie, Reinigung, Wartung, Instandhaltung, Sicherheit, Entsorgung, technische Prüfungen und sonstige standortbezogene Aufwendungen.

Gebäudezustand

Zustand von Baukörper, Innenausbau, Gebäudetechnik, Zugängen, Sanitärbereichen, Fassaden, Dächern und sicherheitsrelevanten Einrichtungen.

Vertragssituation

Eigentum oder Miete, Vertragsbeginn, Restlaufzeit, Kündigungsfristen, Verlängerungsoptionen, Indexierung, Rückbaupflichten und Möglichkeiten zur Flächenänderung.

Investitionsbedarf

Erforderliche Umbauten, Erneuerungen, technische Nachrüstungen, Maßnahmen zur Flächenanpassung und absehbare größere Instandsetzungen.

Zukunftsperspektive

Strategische Bedeutung, erwartete Entwicklung des Einzugsgebiets, vorgesehene Standortfunktion und mögliche Veränderungen des Leistungsangebots.

Standortkarte

Eine geografische Standortkarte zeigt die räumliche Verteilung der Filialen und Automaten, ihre Einzugsgebiete sowie Überschneidungen und Versorgungslücken. Sie sollte nicht nur Adressen darstellen, sondern auch relevante Merkmale wie Standorttyp, Kundenfrequenz, Transaktionsvolumen, Erreichbarkeit und strategische Bedeutung abbilden.

Durch die gemeinsame Darstellung von Filialen und Automaten lässt sich erkennen, ob mehrere Standorte dasselbe Gebiet versorgen oder ob bestimmte Regionen nur unzureichend abgedeckt sind. Ergänzend können Verkehrsachsen, öffentliche Verkehrsmittel, Parkmöglichkeiten, Einkaufsbereiche, Wettbewerbsstandorte und wichtige Kundenschwerpunkte berücksichtigt werden.

Die Standortkarte dient damit sowohl der Bestandsanalyse als auch der Variantenplanung. Sie unterstützt beispielsweise die Prüfung, ob eine Filiale verkleinert werden kann, ohne die Bargeldversorgung einzuschränken, oder ob bei einer Standortaufgabe ein Ersatzautomat erforderlich ist.

Standortkategorien

Standorttyp

Hauptfunktion

Typischer Flächenbedarf

Vollservice-Filiale

Persönliche Beratung, Serviceleistungen und Selbstbedienung an einem gemeinsamen Standort.

Größerer, funktionsübergreifender Flächenbedarf mit Beratungsräumen, Servicebereich, Wartezone, Selbstbedienungszone, Arbeitsplätzen und Nebenflächen.

Beratungsfiliale

Persönliche, häufig terminbezogene Beratung zu Finanz-, Versicherungs- oder Vorsorgethemen.

Beratungs- und Besprechungsräume, Empfangs- oder Wartebereich, diskrete Verkehrswege und erforderliche Mitarbeiterflächen.

Servicefiliale

Bereitstellung ausgewählter persönlicher Dienstleistungen mit begrenztem Beratungsumfang.

Kompakter Servicebereich mit klarer Kundenführung, kleinen Warteflächen und gegebenenfalls ergänzender Selbstbedienungszone.

Selbstbedienungsstandort

Bereitstellung von Geldautomaten, Kontoauszugsdruckern, Einzahlungsgeräten oder weiteren Selbstbedienungsangeboten.

Kleine, technisch erschlossene und sicher zugängliche Fläche mit ausreichendem Bedien-, Warte- und Wartungsbereich.

Einzelner Automatenstandort

Bargeld- oder Selbstbedienungsversorgung an einem Fremd-, Partner- oder Außenstandort.

Minimale Aufstellfläche mit gesichertem Kundenzugang, technischer Versorgung und Wartungszugang.

Kombinierter Standort

Verbindung mehrerer Funktionen, beispielsweise Beratung und Selbstbedienung oder Service und Automatenangebot.

Flexibel aufteilbare Fläche, deren Bereiche hinsichtlich Zugang, Betriebszeiten und technischer Versorgung voneinander getrennt werden können.

Bedeutung der Standortfunktion

Die Standortfunktion bestimmt den erforderlichen Flächenumfang, die Raumaufteilung, die technische Ausstattung und den laufenden Betriebsaufwand. Sie ist deshalb vor jeder Bewertung eindeutig festzulegen.

Bei einer Beratungsfiliale stehen Diskretion, Terminorganisation, Gesprächsqualität und geeignete Besprechungsräume im Vordergrund. Ein Selbstbedienungsstandort benötigt dagegen vor allem eine zuverlässige technische Versorgung, eine gute Zugänglichkeit, eine sichere Aufstellung und einen effizienten Wartungszugang. Eine Vollservice-Filiale muss mehrere Funktionen gleichzeitig abbilden und benötigt daher eine abgestimmte Kundenführung sowie ausreichend getrennte Bereiche.

Unklare oder überholte Standortfunktionen führen häufig zu ineffizienten Flächen. Beispielsweise kann eine ehemalige Vollservice-Filiale weiterhin über große Schalter- und Wartezonen verfügen, obwohl der Standort inzwischen überwiegend für terminierte Beratung genutzt wird. In diesem Fall muss die Standortfunktion neu definiert und das Raumprogramm entsprechend angepasst werden.

Bewertungsdimensionen

Bewertungsdimension

Kriterien

Lage

Sichtbarkeit, Umfeldqualität, Position innerhalb des Einzugsgebiets, Nähe zu Kundenschwerpunkten und Einbindung in lokale Versorgungsstrukturen.

Erreichbarkeit

Zugang zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad oder Fahrzeug sowie Verfügbarkeit geeigneter Park- und Haltemöglichkeiten.

Kundennachfrage

Kundenfrequenz, Beratungsbedarf, Servicekontakte, Automatentransaktionen, zeitliche Nutzung und erwartete Bedarfsentwicklung.

Einzugsgebiet

Bevölkerungsstruktur, Kundenpotenzial, Wirtschaftsstruktur, Wettbewerbsstandorte, räumliche Reichweite und Entwicklung des Umfelds.

Flächeneignung

Größe, Zuschnitt, Raumhöhe, Belichtung, Teilbarkeit, Erweiterbarkeit, Barrierearmut und Möglichkeiten zur funktionalen Anpassung.

Wirtschaftlichkeit

Mietkosten, Nebenkosten, Betriebskosten, Instandhaltung, notwendige Investitionen und langfristige Gesamtkosten.

Gebäudezustand

Bauliche Qualität, technischer Zustand, Modernisierungsbedarf, vorhandene Mängel und absehbare Instandsetzungsmaßnahmen.

Automatenfähigkeit

Kundenzugang, Aufstellmöglichkeit, Tragfähigkeit, technische Anschlüsse, Wartungszugang und Trennbarkeit von anderen Nutzungsbereichen.

Vertragliche Flexibilität

Restlaufzeit, Kündigungs- und Verlängerungsoptionen, Teilrückgabemöglichkeiten, Untervermietungsrechte und Rückbauverpflichtungen.

Zukunftsperspektive

Langfristige strategische Bedeutung, erwartete Standortentwicklung, Anpassungsfähigkeit und Eignung für zukünftige Leistungsmodelle.

Für jede Dimension werden eindeutige Bewertungsmaßstäbe festgelegt. Eine numerische Skala, beispielsweise von eins bis fünf, ermöglicht eine vergleichbare Beurteilung. Die Bewertungsstufen müssen so beschrieben sein, dass unterschiedliche Prüfer zu möglichst einheitlichen Ergebnissen kommen.

Neben der Punktbewertung sind Begründungen und Nachweise zu dokumentieren. Eine niedrige Bewertung der Flächeneignung sollte beispielsweise durch Angaben zum ungünstigen Zuschnitt, zu fehlenden Trennungsmöglichkeiten oder zu unzureichenden technischen Flächen erläutert werden.

Bewertungsmatrix

Bewertung

Einordnung

Hohe Standortqualität und hohe Nutzung

Standort beibehalten, gezielt modernisieren und entsprechend seiner Funktion bedarfsgerecht weiterentwickeln.

Hohe Standortqualität und geringe Nutzung

Gründe für die niedrige Nutzung untersuchen und Flächenumfang, Öffnungszeiten, Leistungsangebot oder Standortfunktion anpassen.

Geringe Standortqualität und hohe Nutzung

Verlagerung an einen besser geeigneten Standort im bestehenden Einzugsgebiet prüfen, ohne die vorhandene Kundennachfrage zu verlieren.

Geringe Standortqualität und geringe Nutzung

Zusammenlegung, Aufgabe, Verkleinerung, Funktionsänderung oder Umnutzung prüfen.

Die Matrix dient als erste strategische Einordnung. Sie ersetzt keine Einzelprüfung, zeigt aber, welche Standorte vertieft untersucht werden müssen. Insbesondere bei Standorten mit hoher Nutzung und geringer Qualität sind betriebliche Risiken, Investitionsbedarf und mögliche Ersatzstandorte sorgfältig zu bewerten.

Gewichtung

Die Kriterien werden entsprechend der jeweiligen Standortfunktion gewichtet. Bei einer Beratungsfiliale haben persönlicher Kundenbedarf, Diskretion, Raumqualität und Terminaufkommen eine hohe Bedeutung. Bei einem reinen Automatenstandort stehen dagegen Transaktionsvolumen, Zugänglichkeit, technische Betriebsfähigkeit, Wartungsaufwand und Standortkosten im Vordergrund.

Die Gewichtung muss vor der Bewertung festgelegt und für vergleichbare Standorttypen einheitlich angewendet werden. Dadurch wird verhindert, dass einzelne Standorte nach unterschiedlichen Maßstäben beurteilt werden.

Ausschlusskriterien sind gesondert zu behandeln. Ist beispielsweise ein sicherer Betrieb technisch nicht möglich oder kann eine notwendige Zugänglichkeit dauerhaft nicht hergestellt werden, darf eine gute Gesamtpunktzahl diese Einschränkung nicht ausgleichen. Solche Kriterien erfordern eine unmittelbare Maßnahmen- oder Variantenprüfung.

Bedarfsanalyse

Die Filialplanung berücksichtigt Kundenfrequenz, Beratungsbedarf, Serviceangebot, vorhandene Flächen und die räumliche Überschneidung mit anderen Standorten. Dabei ist zwischen dem aktuellen Bedarf und der erwarteten zukünftigen Nutzung zu unterscheiden.

Die Analyse sollte zeigen, welche Leistungen tatsächlich am Standort erbracht werden, wie häufig einzelne Räume genutzt werden und zu welchen Zeiten Kapazitätsspitzen auftreten. Maßgeblich ist nicht nur die Zahl der Kundenkontakte, sondern auch deren Art und Dauer. Eine terminierte Beratung benötigt andere Flächen als ein kurzer Servicekontakt.

Zusätzlich ist zu prüfen, welche Leistungen durch benachbarte Standorte, mobile Beratung, digitale Angebote oder Selbstbedienung übernommen werden können. Diese Betrachtung darf jedoch nicht ausschließlich auf eine Reduzierung ausgerichtet sein. Sie muss sicherstellen, dass die verbleibende Standortstruktur den tatsächlichen Kundenbedarf erfüllt.

Planungsfragen

Planungsfrage

Entscheidungsrelevanz

Welche Funktion erfüllt die Filiale?

Festlegung des erforderlichen Raumprogramms, der technischen Ausstattung, der Betriebszeiten und der notwendigen Kunden- und Mitarbeiterbereiche.

Wie hoch ist die tatsächliche Nutzung?

Beurteilung von Kapazität, Auslastung, Spitzenzeiten und möglicher Über- oder Unterdimensionierung.

Welche Standorte überschneiden sich?

Prüfung, ob Funktionen zusammengelegt, verlagert oder zwischen mehreren Standorten neu verteilt werden können.

Welche Flächen werden benötigt?

Ableitung der erforderlichen Beratungs-, Service-, Selbstbedienungs-, Arbeits-, Warte-, Technik- und Nebenflächen.

Welche Kosten entstehen langfristig?

Vergleich von Beibehaltung, Umbau, Verkleinerung, Zusammenlegung und Verlagerung über einen einheitlichen Betrachtungszeitraum.

Welche Anpassungen sind möglich?

Bewertung von Teilung, Verkleinerung, Umnutzung, Untervermietung, Erweiterung oder Änderung des Raumprogramms.

Bei der Beantwortung der Planungsfragen sollten mehrere Fachbereiche einbezogen werden. Neben Facility Management und Vertrieb sind insbesondere IT, Sicherheit, Personal, Einkauf, Finanzen und gegebenenfalls der Vermieter oder Eigentümer relevant.

Strategische Handlungsoptionen

Handlungsoption

Anwendung

Beibehalten

Der Standort erfüllt den Kundenbedarf, entspricht der vorgesehenen Funktion und erreicht die wirtschaftlichen sowie betrieblichen Ziele.

Optimieren

Raumaufteilung, technische Ausstattung, Kundenführung, Betriebsorganisation oder Flächennutzung werden innerhalb des bestehenden Standorts verbessert.

Verkleinern

Dauerhaft nicht erforderliche Flächen werden abgetrennt, zurückgegeben, untervermietet oder anderen Nutzungen zugeführt.

Spezialisieren

Der Standort wird gezielt auf Beratung, Service, Selbstbedienung oder eine klar definierte Kombination dieser Funktionen ausgerichtet.

Zusammenlegen

Funktionen mehrerer Standorte werden an einem geeigneten Zielstandort gebündelt.

Verlagern

Ein besser geeigneter Standort innerhalb des Markt- oder Einzugsgebiets wird ausgewählt und aufgebaut.

Aufgeben

Ein nicht mehr erforderlicher oder langfristig ungeeigneter Standort wird geordnet geschlossen und zurückgebaut.

Für jede Option ist ein konkretes Zielbild zu definieren. Dazu gehören die zukünftige Standortfunktion, der benötigte Flächenumfang, das Raumprogramm, die technische Ausstattung, der Investitionsbedarf, der Umsetzungszeitraum und die erwartete Kostenwirkung.

Anforderungen an Automatenstandorte

Ein Bankautomatenstandort muss für die vorgesehene Nutzung geeignet, erreichbar und dauerhaft technisch betreibbar sein. Die Standortbewertung betrachtet sowohl die Kundennachfrage als auch den laufenden Aufwand für Facility Management, Versorgung, Wartung, Reinigung, Entstörung und Instandhaltung.

Die Planung muss den Kundenzugang und den Betriebszugang getrennt betrachten. Kunden benötigen eine gut erkennbare, ausreichend große und während der vorgesehenen Zeiten nutzbare Bedienfläche. Dienstleister und interne Stellen benötigen einen sicheren Zugang für Befüllung, Wartung, Prüfung und Störungsbeseitigung.

Bei der technischen Prüfung sind die vorhandenen Anschlüsse, Leitungswege, baulichen Voraussetzungen und erforderlichen Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen. Auch die Möglichkeit, den Automatenbereich außerhalb der Filialöffnungszeiten zu betreiben oder von anderen Nutzungsbereichen abzutrennen, kann entscheidend sein.

Bewertungskriterien

Kriterium

Bewertungsinhalt

Nutzungshäufigkeit

Anzahl, Art und zeitliche Verteilung der Transaktionen sowie wiederkehrende Auslastungsspitzen.

Erreichbarkeit

Zugänglichkeit während der vorgesehenen Betriebszeiten, Wegeführung, Eingangssituation und Nutzbarkeit für unterschiedliche Kundengruppen.

Sichtbarkeit

Auffindbarkeit vom öffentlichen Raum oder innerhalb eines Gebäudes sowie eindeutige Kennzeichnung des Automatenstandorts.

Flächenbedarf

Ausreichende Aufstell-, Bedien-, Warte- und Bewegungsfläche sowie notwendiger Raum für Service- und Wartungstätigkeiten.

Technische Versorgung

Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit von Strom-, Daten- und weiteren erforderlichen Gebäudeanschlüssen.

Bauliche Eignung

Aufstellmöglichkeit, Boden- und Wandbeschaffenheit, notwendige Durchbrüche, Einbringwege und bauliche Anpassungen.

Betriebszugang

Erreichbarkeit für Versorgung, Befüllung, Reinigung, Wartung, Prüfung und Entstörung.

Standortkosten

Miete, Nebenkosten, Energie, Reinigung, Wartung, Instandhaltung, technische Prüfungen und weitere laufende Aufwendungen.

Nähe zu weiteren Automaten

Ermittlung von Überschneidungen, Alternativangeboten, gegenseitiger Entlastung und möglichen Versorgungslücken.

Veränderbarkeit

Möglichkeit zur Erweiterung, Ergänzung, Verlagerung, technischen Anpassung oder geordneten Aufgabe des Standorts.

Störungen, Ausfallzeiten und wiederkehrende technische Probleme sollten in die Bewertung einbezogen werden. Ein Standort mit hoher Transaktionszahl kann dennoch unwirtschaftlich sein, wenn die baulichen Bedingungen regelmäßig zu erhöhtem Wartungs- oder Entstörungsaufwand führen.

Automaten-Netzplanung

Die Automatenstandorte werden gemeinsam mit den Filialstandorten betrachtet. Dadurch lässt sich feststellen, ob die Bargeld- und Selbstbedienungsversorgung auch nach einer Filialverkleinerung, Spezialisierung, Zusammenlegung oder Standortaufgabe erhalten bleibt.

Bei der Netzplanung sind sowohl räumliche Abstände als auch Nutzungsvolumen zu berücksichtigen. Zwei nahe beieinanderliegende Automaten können wirtschaftlich gerechtfertigt sein, wenn beide stark genutzt werden oder unterschiedliche Betriebszeiten abdecken. Umgekehrt kann ein einzelner Automat trotz geringer Nutzung erforderlich sein, wenn keine zumutbare Alternative vorhanden ist.

Vor der Aufgabe eines Automatenstandorts ist zu prüfen, ob vorhandene Transaktionen auf benachbarte Geräte übertragen werden können, ob dort ausreichende Kapazität besteht und ob sich die Wege für Kunden in einem angemessenen Rahmen verändern.

Grundlage der Flächenbewertung

Flächen werden nach Funktion, Nutzungshäufigkeit, Auslastung und betrieblichen Kosten bewertet. Entscheidend ist nicht allein die Gesamtfläche, sondern die tatsächliche Nutzung der einzelnen Bereiche.

Die Flächenbewertung sollte auf aktuellen Grundrissen, Raumlisten und Nutzungsdaten basieren. Räume und Zonen werden einer Funktion zugeordnet und hinsichtlich Häufigkeit, Dauer und Intensität ihrer Nutzung betrachtet. Zusätzlich sind Spitzenzeiten zu berücksichtigen, damit eine Flächenreduktion nicht zu Engpässen im Kunden- oder Mitarbeiterbetrieb führt.

Neben der unmittelbaren Nutzfläche müssen Technik-, Lager-, Verkehrs- und Sicherheitsflächen berücksichtigt werden. Diese Bereiche können häufig nicht vollständig reduziert werden, da sie für den ordnungsgemäßen Betrieb, die Erschließung oder die technische Versorgung notwendig sind.

Flächenkategorien

Flächenkategorie

Bewertungsfrage

Beratungsflächen

Entsprechen Anzahl, Größe und Ausstattung der Räume dem tatsächlichen Beratungsbedarf und der durchschnittlichen Belegung?

Serviceflächen

Passt die Größe des Servicebereichs zur Kundenfrequenz, zu den angebotenen Leistungen und zur vorgesehenen Standortfunktion?

Selbstbedienungsflächen

Ist die Fläche dem vorhandenen Automatenangebot, den Nutzungszahlen und den erforderlichen Bewegungs- und Warteflächen angemessen?

Warteflächen

Entspricht die Fläche dem realen Besucheraufkommen oder kann sie durch Terminsteuerung und bessere Kundenführung reduziert werden?

Arbeitsflächen

Werden die vorhandenen Arbeitsplätze regelmäßig genutzt und entsprechen Anzahl sowie Anordnung dem tatsächlichen Personalbedarf?

Nebenflächen

Sind Lager-, Technik-, Sanitär- und Verkehrsflächen betrieblich erforderlich, angemessen dimensioniert und funktional angeordnet?

Leerstandsflächen

Können ungenutzte Bereiche abgetrennt, untervermietet, zurückgegeben oder einer neuen Nutzung zugeführt werden?

Die Bewertung sollte Flächen nicht nur einzeln, sondern auch in ihrem räumlichen Zusammenhang untersuchen. Ein kleiner, ungünstig gelegener Leerstandsbereich kann schwieriger zu reduzieren sein als eine größere, separat erschließbare Teilfläche.

Maßnahmen zur Flächenreduktion

Maßnahme

Wirkung

Verdichtung

Bessere Auslastung vorhandener Flächen durch angepasste Möblierung, Arbeitsplatzorganisation und optimierte Raumbelegung.

Funktionsbündelung

Zusammenführung räumlich getrennter Bereiche, beispielsweise gemeinsamer Empfangs-, Warte- oder Besprechungsfunktionen.

Flexible Raumnutzung

Mehrfachnutzung von Beratungs-, Besprechungs-, Projekt- und Arbeitsräumen durch geeignete Ausstattung und Buchungsregelungen.

Abtrennung

Bauliche oder organisatorische Herauslösung nicht benötigter Teilflächen aus dem laufenden Standortbetrieb.

Untervermietung

Wirtschaftliche Nutzung überschüssiger Mietflächen durch geeignete Dritte, sofern Vertrag, Erschließung und Betrieb dies zulassen.

Teilrückgabe

Dauerhafte Reduzierung der angemieteten Vertragsfläche in Abstimmung mit dem Vermieter.

Standortzusammenlegung

Bündelung mehrerer Flächen und Funktionen an einem ausreichend geeigneten Zielstandort.

Vor der Umsetzung ist zu prüfen, ob die Maßnahme tatsächlich zu einer dauerhaften Kostenreduzierung führt. Eine bauliche Abtrennung ist beispielsweise nur sinnvoll, wenn die freigesetzte Fläche zurückgegeben, vermietet oder anderweitig wirtschaftlich genutzt werden kann.

Qualitätsanforderung

Flächenreduktionen dürfen die vorgesehene Standortfunktion nicht beeinträchtigen. Kundenverkehr, Beratung, Service, Arbeitsabläufe, technische Versorgung und Automatenbetrieb müssen weiterhin angemessen möglich sein.

Die verbleibenden Flächen müssen funktional zusammenhängend, ausreichend dimensioniert und betrieblich nutzbar sein. Eine rein rechnerische Flächenreduzierung ist nicht zielführend, wenn dadurch ungünstige Wege, fehlende Diskretion, unzureichende Wartezonen oder betriebliche Störungen entstehen.

Nach einer Flächenanpassung sind die tatsächliche Nutzung und die betrieblichen Auswirkungen zu überprüfen. Bei Bedarf müssen Möblierung, Raumbelegung oder organisatorische Regelungen nachgesteuert werden.

Ziel der Umnutzung

Umnutzungen ermöglichen es, nicht mehr benötigte Flächen einer neuen Funktion zuzuführen, ohne den gesamten Standort aufzugeben. Dadurch können bestehende Miet- oder Eigentumsflächen besser genutzt, Leerstände reduziert und Investitionen in zusätzliche Flächen vermieden werden.

Voraussetzung ist, dass die neue Nutzung mit dem Flächenzuschnitt, der Erschließung, der technischen Versorgung und dem laufenden Betrieb vereinbar ist. Auch vertragliche, bauliche und organisatorische Einschränkungen sind frühzeitig zu prüfen.

Die Umnutzung kann sowohl intern als auch extern erfolgen. Interne Umnutzungen unterstützen beispielsweise neue Beratungs-, Projekt- oder Arbeitsformen. Externe Nutzungen können durch Abtrennung und Vermietung einer eigenständig erschließbaren Teilfläche entstehen.

Umnutzungsoptionen

Ausgangsfläche

Mögliche neue Nutzung

Nicht mehr benötigte Schalterfläche

Beratungs-, Besprechungs-, Empfangs- oder flexible Servicefläche.

Überdimensionierte Kundenfläche

Kompakter Service- und Wartebereich mit klarer Kundenführung und besserer Flächenauslastung.

Freie Bürofläche

Flexible Arbeitsplätze, Projektfläche, temporäre Teamfläche oder gemeinsam nutzbare Besprechungsbereiche.

Ungenutzter Filialbereich

Abtrennbare Mietfläche, Partnernutzung oder eigenständige Fremdnutzungsfläche.

Ehemalige Filialfläche

Reiner Beratungsstandort, Selbstbedienungsstandort oder Kombination aus Beratung und Automatenangebot.

Nicht benötigte Nebenfläche

Funktionsgerechte Lager-, Archiv-, Technik-, Service- oder Versorgungsfläche.

Die neue Nutzung muss einen nachvollziehbaren betrieblichen oder wirtschaftlichen Nutzen erzeugen. Eine Umnutzung allein zur optischen Belegung einer Fläche reicht nicht aus, wenn keine regelmäßige Nutzung oder Kostenwirkung zu erwarten ist.

Machbarkeitsprüfung

Prüffeld

Inhalt

Flächenzuschnitt

Teilbarkeit, Raumtiefe, Belichtung, Anordnung von Zugängen und Eignung für die vorgesehene Raumaufteilung.

Erschließung

Getrennte oder gemeinsame Zugänge, Kunden- und Mitarbeiterwege sowie Trennung verschiedener Nutzungs- und Sicherheitsbereiche.

Technische Versorgung

Anpassung von Strom, Daten, Beleuchtung, Lüftung, Heizung, Kühlung und weiteren erforderlichen Anlagen.

Umbauaufwand

Umfang der baulichen Maßnahmen, notwendige Planung, Genehmigungen, Termine, Kosten und Rückbaufolgen.

Betriebsbeeinträchtigung

Auswirkungen von Bauarbeiten, Flächenverlagerungen und technischen Eingriffen auf den laufenden Standortbetrieb.

Wirtschaftlichkeit

Verhältnis von Investition, laufenden Kosten, Einsparungen, Nutzungsvorteilen und möglichem Mietertrag.

Vermietbarkeit

Eigenständige Nutzbarkeit, Marktfähigkeit, Zugangssituation, Flächengröße und Attraktivität einer abgetrennten Teilfläche.

Die Machbarkeitsprüfung sollte vor einer detaillierten Planung durchgeführt werden. Nicht geeignete Varianten können dadurch frühzeitig ausgeschlossen werden, bevor umfangreiche Planungs- oder Umbaukosten entstehen.

Betrachtete Varianten

Variante

Wesentliche Kostenbestandteile

Standort beibehalten

Laufende Miete, Nebenkosten, Betrieb, Wartung, Instandhaltung, Energie und absehbare Erneuerungsinvestitionen.

Standort optimieren

Planungs- und Umbaukosten, technische Anpassungen, Möblierung sowie veränderte Betriebs- und Instandhaltungskosten.

Fläche reduzieren

Abtrennungs-, Umbau- und Rückbaukosten, verbleibende Flächenkosten sowie mögliche Einsparungen oder Mieterträge.

Standort umnutzen

Umbaukosten, technische Anpassungen, Betriebsbeeinträchtigungen und erwarteter Nutzungs- oder Ertragsvorteil.

Standort verlagern

Standortsuche, Planung, Ausbau, Umzug, neue Miete, Doppelbelastungen, Rückbau und Vertragsbeendigung am bisherigen Standort.

Standorte zusammenlegen

Ausbau und gegebenenfalls Erweiterung des Zielstandorts, Umzugskosten sowie Aufgabe, Rückbau und Vertragsabwicklung weiterer Flächen.

Standort aufgeben

Rückbau, Räumung, Vertragsbeendigung, Restverpflichtungen, technische Stilllegung und gegebenenfalls Ersatzmaßnahmen im Standortnetz.

Für den Vergleich werden einheitliche Annahmen und Betrachtungszeiträume verwendet. Einmalige Kosten und laufende Kosten müssen getrennt ausgewiesen und anschließend zu einer vergleichbaren Gesamtbetrachtung zusammengeführt werden.

Neben den direkten Standortkosten sind auch Folgewirkungen zu berücksichtigen. Dazu können veränderte Wege, zusätzliche Flächen an einem Zielstandort, Übergangsmaßnahmen, technische Ersatzlösungen oder vorübergehende Doppelbetriebe gehören.

Langfristige Betrachtung

Die Bewertung berücksichtigt nicht nur einmalige Umbau- oder Umzugskosten, sondern auch zukünftige Miet-, Betriebs-, Instandhaltungs- und Flächenkosten. Eine zunächst kostengünstige Variante kann langfristig nachteilig sein, wenn hohe Mieten, steigender Instandhaltungsbedarf oder geringe Anpassungsfähigkeit bestehen bleiben.

Der Betrachtungszeitraum sollte zur jeweiligen Entscheidung passen und mindestens die wesentlichen Vertragslaufzeiten, Investitionszyklen und erwarteten Nutzungsänderungen abbilden. Annahmen zu Kostensteigerungen, Investitionen und Flächenentwicklungen müssen nachvollziehbar dokumentiert werden.

Zusätzlich zur rein finanziellen Bewertung sind qualitative Auswirkungen darzustellen. Dazu gehören Standortqualität, Kundenversorgung, betriebliche Stabilität, Umsetzungsrisiken und strategische Flexibilität. Diese Faktoren werden getrennt bewertet und gemeinsam mit dem wirtschaftlichen Ergebnis in die Entscheidung einbezogen.

Priorisierungsmatrix

Handlungsbedarf

Standortbedeutung

Priorität

Hoch

Hoch

Kurzfristig optimieren, modernisieren oder technisch stabilisieren, damit der strategisch wichtige Standort zuverlässig betrieben werden kann.

Hoch

Gering

Aufgabe, Zusammenlegung, Verkleinerung oder Umnutzung mit erhöhter Priorität prüfen.

Gering

Hoch

Beibehalten, planmäßig instand halten und anhand festgelegter Kennzahlen regelmäßig überwachen.

Gering

Gering

Mittelfristige Portfolioentscheidung vorbereiten und weitere Investitionen auf das erforderliche Mindestmaß begrenzen.

Der Handlungsbedarf ergibt sich beispielsweise aus hohen Kosten, erheblichem Investitionsbedarf, schlechter Flächenauslastung, technischen Einschränkungen oder ungünstigen Vertragsbedingungen. Die Standortbedeutung beschreibt dagegen den Beitrag des Standorts zur Kundenversorgung, zum Marktgebiet und zur strategischen Ausrichtung.

Die Priorisierung muss regelmäßig überprüft werden. Veränderte Nutzungszahlen, neue Vertragsfristen, technische Schäden oder strategische Entscheidungen können die Einordnung eines Standorts kurzfristig verändern.

Maßnahmensteckbrief

Für jede Maßnahme wird ein einheitlicher Maßnahmensteckbrief erstellt. Er enthält mindestens den Standort, die Ausgangssituation, das festgestellte Problem, das Zielbild, die geplante Standortfunktion, die Flächenwirkung, den Kostenrahmen, den Umsetzungszeitraum, die Verantwortlichkeiten und den erwarteten Nutzen.

Zusätzlich sollten Abhängigkeiten, erforderliche Entscheidungen, Vertragsfristen, betriebliche Risiken und notwendige Genehmigungen dokumentiert werden. Bei komplexen Maßnahmen werden Meilensteine und Freigabepunkte festgelegt.

Der Maßnahmensteckbrief dient als verbindliche Arbeits- und Entscheidungsgrundlage. Änderungen an Ziel, Kosten, Flächenumfang oder Termin werden nachvollziehbar fortgeschrieben.

Prozessphasen

Prozessphase

Inhalt

Ergebnis

Bestandsaufnahme

Standorte, Flächen, Kosten, Verträge, Nutzungen, technische Ausstattung und Gebäudezustand vollständig erfassen.

Einheitliche und geprüfte Standortübersicht.

Bedarfsanalyse

Kunden-, Beratungs-, Service-, Arbeitsplatz- und Automatenbedarf bestimmen sowie zukünftige Veränderungen berücksichtigen.

Definierte funktionale und räumliche Standortanforderungen.

Standortbewertung

Bewertungsdimensionen anwenden, Kriterien gewichten, Ausschlusskriterien prüfen und Ergebnisse vergleichen.

Nachvollziehbare Standortbewertung mit Stärken, Schwächen und Handlungsbedarf.

Variantenbildung

Beibehaltung, Optimierung, Reduktion, Spezialisierung, Umnutzung, Verlagerung, Zusammenlegung oder Aufgabe prüfen.

Umsetzbare Handlungsalternativen mit definierten Zielbildern.

Wirtschaftlichkeitsvergleich

Einmalige und laufende Kosten, Einsparungen, Investitionen, Risiken und qualitative Auswirkungen bewerten.

Vergleichbare Entscheidungsgrundlage.

Entscheidung

Vorzugsvariante auswählen, Verantwortlichkeiten festlegen und erforderliche Freigaben erteilen.

Verbindlicher Standortbeschluss.

Umsetzung

Planung, Ausschreibung, Umbau, Flächenanpassung, technische Umstellung, Umzug oder Schließung durchführen.

Optimierter, angepasster oder geordnet aufgegebener Standort.

Erfolgskontrolle

Nutzung, Kosten, Flächenwirkung, Betriebsqualität und Zielerreichung nach der Umsetzung überprüfen.

Dokumentierter Nachweis der erreichten Ergebnisse und möglicher Nachsteuerungsbedarf.

Jede Prozessphase benötigt klar definierte Verantwortlichkeiten und Entscheidungspunkte. Facility Management koordiniert insbesondere die Flächen-, Gebäude-, Technik-, Kosten- und Umsetzungsaspekte. Die fachliche Standortstrategie und die Festlegung des Kundenangebots erfolgen in Abstimmung mit den zuständigen Geschäftsbereichen.

Vor dem Übergang in die nächste Phase sollten die Ergebnisse geprüft und freigegeben werden. Dadurch wird verhindert, dass Varianten auf unvollständigen Daten basieren oder Maßnahmen ohne abgestimmtes Zielbild geplant werden.

Prozessdarstellung

Standort erfassen → Nutzung analysieren → Standort bewerten → Varianten vergleichen → Maßnahme entscheiden → Umsetzung planen → Wirkung kontrollieren

Kennzahlenübersicht

Kennzahl

Aussage

Kundenfrequenz je Standort

Zeigt die tatsächliche Nutzung der Filiale und ermöglicht Vergleiche zwischen Standorten sowie über verschiedene Zeiträume.

Beratungstermine je Fläche

Bewertet, wie intensiv Beratungsräume und andere für Gespräche vorgesehene Bereiche genutzt werden.

Automatentransaktionen

Zeigt die Inanspruchnahme des Automatenstandorts und unterstützt Kapazitäts- sowie Netzentscheidungen.

Fläche je Nutzer

Beschreibt die Flächeneffizienz im Verhältnis zu Kunden, Beschäftigten oder anderen definierten Nutzergruppen.

Fläche je Kundenkontakt

Setzt den Flächenumfang in Beziehung zum tatsächlichen Kundenaufkommen.

Flächenauslastung

Zeigt den Anteil regelmäßig und funktional genutzter Flächen an der betrachteten Gesamtfläche.

Reduzierte Fläche

Misst die durch Optimierungsmaßnahmen dauerhaft entfallene, zurückgegebene oder anderweitig genutzte Fläche.

Standortkosten je Quadratmeter

Ermöglicht den Vergleich der wirtschaftlichen Belastung unterschiedlicher Standorte und Flächenarten.

Betriebskosten je Standort

Zeigt den laufenden Facility-Management-Aufwand für Betrieb, Energie, Reinigung, Wartung und Instandhaltung.

Investitionsbedarf

Erfasst den notwendigen Kapitalbedarf für Umbau, Erneuerung, technische Anpassung oder Modernisierung.

Kosteneinsparung

Zeigt die tatsächliche oder erwartete wirtschaftliche Wirkung einer Optimierungsmaßnahme.

Umnutzungsquote

Misst den Anteil ehemals nicht oder nicht bedarfsgerecht genutzter Flächen, die erfolgreich einer neuen Nutzung zugeführt wurden.

Kennzahlen müssen nach einheitlichen Definitionen erhoben werden. Flächenangaben, Kostenbestandteile, Betrachtungszeiträume und Nutzerbegriffe sind eindeutig festzulegen, damit Entwicklungen und Standorte zuverlässig verglichen werden können.

Einzelne Kennzahlen dürfen nicht isoliert bewertet werden. Eine hohe Flächenauslastung ist beispielsweise nur positiv, wenn die verbleibenden Flächen weiterhin eine angemessene Betriebs- und Servicequalität ermöglichen. Deshalb sollte die Steuerung immer mehrere Nutzungs-, Kosten-, Flächen- und Qualitätskennzahlen kombinieren.

Erfolgskontrolle

Ausgangswert, Zielwert, Datenquelle, Messmethode und Betrachtungszeitraum werden vor der Umsetzung festgelegt. Dadurch ist bereits zu Beginn eindeutig definiert, anhand welcher Kriterien die Maßnahme später bewertet wird.

Nach Abschluss der Maßnahme erfolgt ein Vergleich der geplanten und tatsächlich erreichten Flächen-, Kosten- und Nutzungseffekte. Dabei werden auch Abweichungen bei Investitionskosten, Terminen, Betriebsqualität und Kundenfrequenz dokumentiert.

Die erste Kontrolle sollte nach Abschluss und Stabilisierung des neuen Betriebszustands erfolgen. Weitere Prüfungen können in festgelegten Abständen durchgeführt werden, um dauerhafte Wirkungen zu bestätigen. Werden Ziele nicht erreicht, sind Ursachen, Verantwortlichkeiten und geeignete Korrekturmaßnahmen festzulegen.